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Er kam im blauen Trainingsanzug, aus den Lautsprechern dröhnte „Simply the best“ von Tina Turner (†83). Tennis-Star Alexander Zverev (29) wurde in Halle/Westfalen für seinen Sieg bei den French Open geehrt, seinem ersten Grand-Slam-Titel. Tausende waren auf den Centre Court gekommen, der eigens für diesen Anlass schon am Sonntag statt am ersten Turniertag Montag geöffnet wurde.

Mit dabei: Freundin Sophia Thomalla (36) und Zverevs Tochter Mayla (5), die sich scheinbar prächtig verstehen. Auch die Eltern Alexander senior (66) und Irina (59), Bruder Mischa (38) mit Sohn Illarion und Kumpel Marcelo Melo (42) saßen auf der Tribüne. Nur Oma Natalia Fateeva (78) fehlte, sie brachte Urenkel Mischa (5) zurück nach Monte Carlo.

Alexander Zverev mit 13 Jahren und heute

Alexander Zverev mit 13 Jahren und heute

Foto: Getty Images

Der Hamburger zum Publikum: „Diesen Sieg gemeinsam mit euch allen zu feiern, bedeutet mir sehr viel, das ist sehr besonders.“ Dann ließ Zverev einen Blick in seine Gefühlswelt über all die Jahre zu, in denen er diesem verflixten Major-Titel nachjagte. „Den Support aus Deutschland habe ich über die letzten 15 Jahre gespürt, das ist unglaublich. Ich habe die Unterstützung gefühlt und mitgenommen. Das hat unfassbar viel gebracht und geholfen zu wissen, dass zu Hause alle hinter mir stehen und vorm Fernseher mitgefiebert haben. Das macht Tennis einfacher“, sagt die Nummer 3 der Welt.

DTB-Präsident Dietloff von Arnim (66): „Wir haben uns das in Tennis-Deutschland lange gewünscht, dass es wieder einen Grand-Slam-Sieger gibt. Dass es jetzt in Paris geklappt hat, hat uns alle wahnsinnig gefreut. Wie du wiedergekommen bist nach der Verletzung, zeigt deinen Willen, deine Persönlichkeit und deinen Tennis-Charakter.“ Zverev schlagfertig: „Herr Präsident, ich hoffe, dass wir nach meinem Karriereende nicht wieder 30 Jahre auf den nächsten deutschen Grand-Slam-Sieger warten müssen. Ich hoffe, es dauert nicht länger als zwei, drei Jahre.“

Von DTB-Präsident Dietloff von Arnim (66) bekam Alexander Zverev (l.) einen Druck

Von DTB-Präsident Dietloff von Arnim (66) bekam Alexander Zverev (l.) einen Druck

Foto: Getty Images

Der DTB-Boss ist überzeugt: „Wenn du spielst, das will Deutschland sehen. Du entfachst eine riesengroße Begeisterung.“ Das merkte man in Halle schon am Tag vor dem Start des Hauptfeldes. Da muss Zverev am Dienstag in der 1. Runde gegen den Tschechen Vit Kopriva (28) ran. „Job bleibt Job. Ich kann mich nicht entspannen, nur weil ich Grand-Slam-Champion bin. Ich muss normal weitertrainieren. Ich mag es zu trainieren, zu spielen, die schwierigen Partien zu haben. Das mag ich, seit ich klein war. Das Kind ist immer noch in mir.“

Auch am Sonntag trainierte er, schaute dann am Nachmittag aber fast nur auf die Miniaturausgabe des Coupe des Mousquetaires, des Siegerpokals aus Paris, den er mitgebracht hatte. „Dieser Pokal ist über fast 30 Jahre verdient. Wir haben alles dafür getan, so einen Titel zu gewinnen. Es hat etwas länger gedauert, als geplant, aber am Ende haben wir es geschafft“, so Zverev in Richtung seiner Familie und Freundin Sophia Thomalla (36), die im Publikum saßen.

Fan-Massen wollten ein Autogramm von Alexander Zverev

Fan-Massen wollten ein Autogramm von Alexander Zverev

Foto: Getty Images

Sie alle hörten die neue Kampfansage Zverevs, die alle hören wollten: „Ich möchte noch sehr lange Tennis spielen und viele Grand-Slam-Titel gewinnen.“ Sprach’s, nahm die Grafiken, die er geschenkt bekam, gab Tochter Mayla einen Kuss und ging zu denen, die er lobte, zu den Anhängern, und gab fleißig Autogramme. Zeit dafür hatte er, denn die 1576 Nachrichten, die er zu Wochenmitte noch auf seinem Handy hatte, sind fast alle beantwortet. „Es sind nur noch 20 Nachrichten übrig, auf die ich nicht antworten möchte“, lachte er.

Übrigens traf er seinen Finalgegner aus Paris, Flavio Cobolli (24), in Halle schon wieder. Wie ist das, sich ein paar Tage nach so einem gemeinsamen Erlebnis wiederzusehen? Zverev: „Mir geht’s gut, ihm ging es beschissen. Ich hatte schon so ein Finale wie er jetzt, 2020 gegen Dominik Thiem (Fünfsatz-Niederlage bei den US Open; d. Red.). Der Unterschied: Er hatte das Finale nicht erwartet. Aber dadurch hat er jetzt den Glauben, weitere Finals zu spielen.“