Heinz Schmitz? Wer ist das? Klaus Noack muss schmunzeln bei dieser Frage. Der 84-jährige Galerist, der altersbedingt mit Bedacht seine Galerie am Hessenfeld 36 in Dalheim auflöst, lädt derzeit zu einer Verkaufsausstellung mit den Werken von Heinz Schmitz ein. Noch bis zum 24. Juni ist der Galerist täglich von 11 bis 18 Uhr für Interessenten in den Galerieräumen ansprechbar; vielleicht kommt dabei manch einer sogar in den Genuss, Heinz Schmitz persönlich kennenzulernen – und wird dabei vor Erstaunen große Augen machen. Unter seinem Künstlernamen hat der in Neuss lebende und arbeitende Doktor der Philosophie eine europaweite Karriere gemacht, die ihn unter anderem zu Ausstellungen in Salzburg und Zürich brachte und seine Werke in mehrere renommierte Galerien. Doch in der Galerie Noack ist die Ausstellung ausschließlich den Werken von Heinz Schmitz gewidmet, obwohl Noack auch Werke, die Schmitz mit seinem Künstlernamen signiert hat, sein Eigen nennt.

Der Galerist hat Schmitz in Mönchengladbach kennengelernt, als der noch unbekannte Künstler die damalige Galerie von Noack als Besucher betrat. „Im Laufe der Zeit wurden wir zu Freunden“, erinnert sich Noack, auch als Schmitz zum anerkannten Künstler wurde, den Noack später in der Galerie in Wassenberg präsentierte. „In gewisser Weise habe ich Schmitz in den Anfangsjahren seines künstlerischen Wirkens entdeckt“, meint Noack beim Rundgang durch die Galerieräume. Dort stehen viele gerahmte Gemälde an die Wände gelehnt. Viele ungerahmte Blätter liegen auf den Tischen. Einige der Bilder sind von Schmitz signiert, bei anderen fehlt eine Signatur. „Eines haben alle gemeinsam: In jedem Fall handelt es sich um preiswerte Arbeiten“, sagte Noack. Ein Selbstporträt von Schmitz von 1981, mit Unterschrift und Telefonnummer auf der Rückseite, ist eine der vielen Besonderheiten. Noack gibt die Werke günstig ab, damit sie bei Kunstfreunden eine neue Bleibe finden. „Dann weiß ich wenigstens, wo sie sind, wenn ich meine Galeristen-Tätigkeit endgültig aufgebe.“

Noch ist es nicht so weit. Bereits bei der Ausstellungseröffnung, die von Eckard Krause mit dem Keyboard musikalisch gestaltet wurde, gab es eine ansprechende Resonanz von Kunstinteressierten. „Einige von ihnen wussten natürlich, um welchen Künstler es sich bei Heinz Schmitz handelt“, berichtete der Galerist grinsend, andere würden sicherlich staunen, wenn sie erführen, um wen es sich dabei handelt, und mancher würde sicherlich mit großer Verblüffung erkennen, mit wem er sich da unterhält, wenn er tatsächlich Heinz Schmitz in der Galerie von Noack begegnen sollte.

Der inzwischen in Dalheim tätige Galerist Noack verfügt über eine große Anzahl von Werken aus den Anfangszeiten des Künstlers aus Werk. „Als Heinz Schmitz vor einigen Jahren sein Atelier aufgeräumt hat, hat er mir viele Gemälde und Grafiken überlassen. Jetzt ist es für mich an der Zeit, mich von ihnen zu trennen.“ Und nicht nur von den Werken des Heinz Schmitz trennt sich Noack frohen Herzens, wenn er weiß, dass sie in gute Hände geraten. Auch Werke des Künstlers, der sich mit einem Künstlernamen „tarnt“, sind zu besichtigen und zu erwerben – allerdings zu einem Preis, der zwar ein Schnäppchen sein mag, der aber immer noch erheblich über dem liegt, den man für ein Gemälde des unbekannten Heinz Schmitz zahlt. „Wer den jungen Schmitz sieht und ihn in seiner Entwicklung verfolgt, bis er zum renommierten Künstler geworden ist, ist in der Galerie Noack richtig“, meint der Galerist, der auch privat oft mit Heinz Schmitz verkehrt.