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Für Anime-Fans sind Kinovorführungen japanischer Animationsfilme heute längst keine Seltenheit mehr. In den 80er- und frühen 90er-Jahren sah das noch ganz anders aus. Viele Werke, die inzwischen als Meilensteine der Filmgeschichte gelten, schafften es damals nie auf deutsche Leinwände. Einer der bekanntesten Fälle: „Die letzten Glühwürmchen“. Jetzt bekommt das Publikum hierzulande erstmals die Chance, das Meisterwerk im Kino zu erleben.
Zwei Geschwister kämpfen ums Überleben
Die Geschichte spielt in Japan während der letzten Monate des Zweiten Weltkriegs. Nach schweren Luftangriffen verlieren der 14-jährige Seita und seine vierjährige Schwester Setsuko ihre Mutter. Ihr Vater dient zu dieser Zeit bei der Marine und ist nicht bei ihnen.
Zunächst finden die Geschwister Zuflucht bei ihrer Tante. Doch die Versorgungslage verschlechtert sich zunehmend, weshalb die Verwandte die zusätzliche Belastung nicht länger tragen will. Seita fasst daraufhin einen Entschluss: Gemeinsam mit seiner kleinen Schwester verlässt er das Haus, um auf eigenen Beinen zu stehen.
Der Traum von Unabhängigkeit hält jedoch nicht lange. Hunger, Krankheiten und die ständige Bedrohung durch den Krieg bestimmen schon bald ihren Alltag.
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Der poetische Titel lässt kaum erahnen, wie bewegend und schonungslos die Geschichte des Animationsfilms erzählt wird. „Die letzten Glühwürmchen“ gilt heute als einer der wichtigsten Antikriegsfilme überhaupt.
Dieses Ansehen spiegelt sich auch in internationalen Bestenlisten wider. Das US-Portal „Collider“ setzte den Film sogar auf Platz 1 seiner Auswahl der größten Antikriegsfilme.
Inszeniert wurde das Drama von Isao Takahata, der für das berühmte Studio Ghibli arbeitete. Während weltweit vor allem Hayao Miyazaki mit Filmen wie „Prinzessin Mononoke“ oder „Chihiros Reise ins Zauberland“ bekannt wurde, geraten Takahatas Werke deswegen häufig etwas in den Hintergrund.
Kritiker und Fans sind begeistert
Dabei genießt „Die letzten Glühwürmchen“ seit Jahrzehnten einen herausragenden Ruf. Beim Bewertungsportal Metacritic erreicht der Film starke 94 von 100 möglichen Punkten.
Noch beeindruckender fällt das Ergebnis bei Rotten Tomatoes aus: Dort bewerteten sämtliche erfassten Kritiker den Film positiv. Auch beim Publikum kommt das Drama hervorragend an – 95 Prozent der Zuschauer vergaben eine positive Wertung.
Erstmals auf deutscher Leinwand
Ab dem 30. Juni bietet sich nun die seltene Gelegenheit, den Anime-Klassiker in Deutschland im Kino zu sehen.
Obwohl der Film bereits 1988 veröffentlicht wurde, war er hier bislang nur über TV-Ausstrahlungen sowie auf DVD und Blu-ray verfügbar. Die nun erfolgende Kinoveröffentlichung wird von Sony gemeinsam mit dem Anime-Anbieter Crunchyroll ermöglicht.