Börsenhändler an der Frankfurter Börse.

Marktbericht

Stand: 16.06.2026 • 18:28 Uhr

Die Hoffnung auf eine Friedenslösung am Persischen Golf hielt den DAX am Ende nur knapp im Plus. Zu groß sind die Unsicherheiten. Schlechte Nachrichten gab es für die Autowerte aus China.

Was ist das Abkommen zwischen den USA und Iran wert? Je länger der Handel lief, desto mehr traten all die Unklarheiten der vermeintlichen Einigung in den Vordergrund. Zudem bleiben Zweifel, ob das Dokument wirklich noch diese Woche unterzeichnet wird. Und immer klarer wird, dass der Deal erst den Auftakt weiterer schwieriger Verhandlungen darstellt.

Dem DAX, der am Morgen schon über 25.100 Punkten notiert hatte, blieb am Ende nur ein kleines Plus von 0,07 Prozent. Der deutsche Leitindex ging bei 24.910 Punkten aus dem Handel. Damit ist er das zweite Mal in Folge an der runden Marke von 25.000 Punkten gescheitert. Gestern war der DAX mit einem Aufschlag von 1,1 Prozent bei 24.894 Punkten aus dem Handel gegangen.

Vor allem der Ölpreis bleibt unter verschärfter Beobachtung. Denn selbst wenn die Straße von Hormus wieder geöffnet werden sollte: Aufgrund der Kriegsschäden wird der Öltransport nur langsam wieder anlaufen. Auch die Wiederherstellung des Vertrauens in die Schifffahrt durch die Straße von Hormus dürfte nach Angaben von Reedereien Wochen dauern. Der Brent-Preis fiel immerhin im Tagesverlauf von rund 83 auf 80 Dollar pro Barrel.

An der Wall Street ging die Rekordrally vorerst weiter. Im frühen Handel profitierte der Dow Jones vor allem von den fallenden Energiepreisen und erreichte neue historische Höchststände über 52.000 Punkten.

In den Fokus rückt nun auch der morgen anstehende Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Die hohen Energiepreise hatten auch in den USA für einen Inflationsschub gesorgt. Die Marktteilnehmer gehen aber davon aus, dass die Notenbank auch unter ihrem neuen Chef den Leitzins nicht anrühren wird.

„Die Notenbanker rund um den neuen Fed-Chef Kevin Warsh werden sich wohl in Zurückhaltung üben und damit den Markterwartungen entsprechen“, kommentierten die Helaba-Experten. Die Erwartung zeitnah steigender Zinsen sei mit den sinkenden Ölpreisen der letzten Tage zurückgegangen.

Die Aktie von SpaceX kann ihre Gewinnsträhne bisher fortsetzen und könnte mit ihrem Börsenwert Amazon überholen. Kurz nach seinem Börsengang will der Weltraumkonzern eine milliardenschwere Übernahme stemmen: Für 60 Milliarden Dollar soll das KI-Startup Anysphere Teil von SpaceX werden. Der Zusammenschluss mit dem Entwickler des bekannten KI-Programmierassistenten Cursor soll im dritten Quartal abgeschlossen werden.

Zu den schwächsten Aktien im DAX gehörten die Autotitel. Grund war ein heftiger Absatzeinbruch am chinesischen Automarkt. Zwischen Januar und Mai wurden im Jahresvergleich fast 20 Prozent weniger Autos in China verkauft. Dazu trugen nach Aussagen des chinesischen Autoverbands vor allem wegfallende staatliche Hilfen und die hohen Benzinpreise im Zuge des Iran-Kriegs bei.

Aber auch die schwache Konsumstimmung angesichts der anhaltenden Immobilienkrise dürfte eine Rolle gespielt haben. VW rechnet in diesem Jahr mit keiner Besserung für den chinesischen Markt und kündigte an, seine Pläne entsprechend anzupassen.

Wie erwartet, wendet sich der Bund gegen die geplante Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit. „Eine Annahme des Angebots kam bereits wirtschaftlich nicht infrage, da das Übernahmeangebot keine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie enthält“, teilte die Finanzagentur des Bundes heute mit.

Der Bund ist mit rund zwölf Prozent der Anteile zweitgrößter Aktionär. Dabei würde sich der Tausch mittlerweile wegen des gestiegenen Werts der UniCredit-Aktie sogar erstmals lohnen. Mittlerweile dürften die Italiener Zugriff auf über 40 Prozent an der Commerzbank haben.