Trotz Fußball-WM und besserem Grillwetter bleibt europäische Fleischmarkt weiter sehr reichlich versorgt. Weiterhin wird infolge des ASP-Ausbruchs in Spanien reichlich spanisches Schweinefleisch innerhalb der EU angeboten, gleichzeitig ist der Wettbewerbsdruck beim Absatz von europäischem Schweinefleisch in Drittstaaten groß. Die Preise für Teilstücke geben spürbar nach, obwohl der Lebendmarkt saisonbedingt überschaubar versorgt ist. In Deutschland hatte der Druck der seites der Schlachtunternehmen in den vergangenen Wochen nochmals zugenommen. 

Die Notierung konnte der Drosselung der Schlachtaktivitäten, der Verkürzung von Schichten und der Streichung ganzer Schlachttage an einigen Standorten schließlich nicht mehr standhalten und gab am vergangenen Mittwoch um 10 Cent nach. Damit wurden auch weitere Notierungen im europäischen Umfeld in die Tiefe gezogen. 

Robert Elemerhaus Vom Tönnis Agrarblog sagt: Die typischen saisonalen Marktmechanismen greifen derzeit nur eingeschränkt. Impulse aus dem Grillgeschäft sind zwar vorhanden, werden jedoch deutlich von externen Faktoren überlagert. Insbesondere strukturelle Entwicklungen im europäischen Binnenmarkt sowie im internationalen Handel bestimmen aktuell das Preisgeschehen. Zentrales Problem bleibt die Überversorgung von Schweinefleisch in Europa. Auslöser sind unter anderem die ASP-bedingten Exportrestriktionen für Spanien. 

Während die spanischen Drittlandsexporte im ersten Quartal 2026 deutlich zurückgegangen sind, wurden die Lieferungen innerhalb der EU spürbar ausgeweitet. Diese zusätzlichen Mengen treffen auf einen ohnehin stark besetzten EU-Binnenmarkt und erhöhen den Wettbewerbsdruck erheblich.