Ringer entwickelt aus den Donawitzer Erfahrungen eine neue Generation Betonierbühnen mit zusätzlicher Klappe für die Ankerriegel-Montage, Markteinführung noch 2026. Über Nirosta-Logistik, die Grenzen der digitalen Betonreifeprüfung und die Lehren aus dem Projekt.
Hatte der Einsatz von 28,3 Tonnen antimagnetischem Nirosta-Stahl auch Auswirkungen auf Schalung, Ablauf oder Bewehrungslogistik?
Auf die Schalung selbst hatte der Nirosta-Stahl keine besondere Auswirkung, in der Bewehrungslogistik aber sehr wohl. Nirosta-Bewehrung hat etwa die vierfache Vorlaufzeit von konventionellem Bewehrungsstahl und wird projektbezogen gefertigt. In der Verarbeitung darf kein normaler Bindedraht verwendet werden, sondern Kabelbinder oder Kupfer-Isolierdraht, zwischen den Stangen liegt zusätzlich eine Trennlage aus Kunststoff, sonst entsteht auch bei Nirosta ein Magnetfeld. Kostenseitig liegt das insgesamt bei etwa dem Zehnfachen gegenüber einer konventionellen Lösung.
Wie funktioniert die digitale Betonreifeprüfung, und ist sie bei Projekten dieser Größenordnung mittlerweile Standard?
Sensoren werden direkt in die Schalung integriert und messen den Temperaturverlauf im Beton, der Abgleich mit hinterlegten Vergleichskurven ermittelt den aktuellen Reifegrad und damit den Zeitpunkt der erforderlichen Festigkeit. Ausschalzeiten lassen sich so oft um mehrere Tage pro Takt verkürzen, vor allem in kalten Jahreszeiten. Zu berücksichtigen ist aber: Personal zum Ausschalen muss zu diesem früheren Zeitpunkt auch verfügbar sein, die Personalplanung wird damit anspruchsvoller, weil der Ausschalzeitpunkt nicht im Vorhinein feststeht. Auch die geforderte Betongüte spielt eine Rolle. Es bleibt deshalb immer ein Abwägen, ob die Methode wirtschaftlich sinnvoll ist, unabhängig von der Projektgröße.
Was nimmt Ringer aus Donawitz für künftige Großprojekte mit?
Vor allem zwei Dinge. Erstens die extrem kurze Bauzeit für ein so anspruchsvolles Projekt, kombiniert mit einem außergewöhnlich hohen Betondruck durch die hohen Wände und engen Verhältnisse, was auch das Schalungsmaterial entsprechend beansprucht. Zweitens hat sich gezeigt, wie wichtig Flexibilität und Lieferfähigkeit sind. Der Materialeinsatz lag am Ende deutlich höher als geplant, statt 3 Millionen Euro bei 7,5 Millionen Euro. Dass wir trotzdem jederzeit lieferfähig geblieben sind, war für den Projekterfolg entscheidend. Die Erfahrungen aus Donawitz fließen direkt in eine neue Generation Betonierbühnen ein, die schalungsseitig eine zusätzliche Klappe für die Montage von Ankerriegeln oder Versteifungselementen bietet. Markteinführung noch 2026.