Schweizer Umfrage | 17. Juni 2026
Die Schweizer Bevölkerung schätzt ihr persönliches Gesundheitsrisiko bei Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Demenz deutlich zu tief ein. Eine neue Visualisierung zeigt diese Fehleinschätzung im Vergleich zu den tatsächlichen Risiken auf.

Ein erkälteter Mann: Viele Menschen in der Schweiz unterschätzen ihr persönliches Risiko für Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Demenz.Foto: Keystone
Die von der Krankenversicherung Sanitas finanzierte «Health Forecast»-Studie zeigt ein auffälliges Muster: Die Bevölkerung ist sich schwerer Krankheiten zwar bewusst, hält sich persönlich aber oft für weniger gefährdet als Gleichaltrige gleichen Geschlechts.
Besonders deutlich zeigt sich diese Sorglosigkeit bei Diabetes und Demenz. Nur 16 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass ihr persönliches Risiko für Typ-2-Diabetes über dem Durchschnitt liegt. Dabei liegt das Lebenszeitrisiko laut dem Health Forecast in Industrienationen bei bis zu 40 Prozent. Bei Demenz sind es sogar nur 13 Prozent. Auch bei Krebs sieht sich lediglich gut jede fünfte Person stärker gefährdet.
Auch Herzleiden werden unterschätzt
Am ehesten erkennen Schweizerinnen und Schweizer ein erhöhtes Risiko bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 28 Prozent halten ihr persönliches Risiko für überdurchschnittlich.
Unterschiede zeigen sich auch zwischen Männern und Frauen. Beim Krebsrisiko sind Frauen vorsichtiger: 24 Prozent schätzen ihr Risiko als überdurchschnittlich ein, bei den Männern sind es 18 Prozent. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist es umgekehrt: Hier sehen sich 31 Prozent der Männer stärker gefährdet, gegenüber 25 Prozent der Frauen.
Befragt wurden für den Health-Forecast rund 2500 Personen zwischen 18 und 74 in der ganzen Schweiz. Die Studienergebnisse flossen in das Buch mit dem Titel «Health Forecast – Gewappnet für die Zukunft» ein, das am Dienstag erscheint.