Newsblog zum Krieg in Nahost

Geheimdienste warnen: Netanjahu könnte Iran-Deal sabotieren

Aktualisiert am 19.06.2026 – 20:16 UhrLesedauer: 27 Min.

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Benjamin Netanjahu bei einem Truppenbesuch an der nördlichen Grenze Israels (Archivbild): Will der Premierminister Trumps Deal mit dem Iran torpedieren? (Quelle: IMAGO/Israeli Prime Minister Office \ apaimages/imago)

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Im Libanon soll es eine Einigung geben. Doch US-Geheimdienste warnen Trump vor den mutmaßlichen Absichten der israelischen Regierung. Alle Entwicklungen im Newsblog.

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Libanesischer Präsident Aoun fordert „umfassende Waffenruhe“

Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat in einem Telefongespräch mit US-Außenminister Marco Rubio eine „umfassende Waffenruhe“ gefordert. Aoun habe gegenüber Rubio die Notwendigkeit betont, „dass die israelischen Angriffe auf libanesisches Territorium durch das Erreichen einer umfassenden Waffenruhe beendet werden“, teilte das libanesische Präsidialamt am Freitagabend mit. Das sehe Beirut als „grundlegende Voraussetzung“ für die für nächste Woche in Washington geplanten Verhandlungen zwischen dem Libanon, den USA und Israel.

Libanesisch-israelische Gespräche Ende Juni in Washington

Die nächste Runde der Gespräche zwischen dem Libanon und Israel findet vom 23. bis 25. Juni in Washington statt. Dies teilt das US-Außenministerium nach einem Telefonat von US-Außenminister Marco Rubio mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun mit. Rubio betont dabei erneut die Notwendigkeit einer Entwaffnung der Hisbollah-Miliz, wie das Ministerium erklärt. Zudem bekräftigt er die Unterstützung der USA für die Bemühungen der libanesischen Regierung, einen vollständig souveränen Staat zu schaffen, der in Frieden mit all seinen Nachbarn lebt.

US-Geheimdienste warnen: Netanjahu könnte Iran-Deal sabotieren

US-Geheimdienste haben die Regierung von Präsident Donald Trump davor gewarnt, dass Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Schritte unternehmen könnte, die das jüngst vereinbarte Friedensabkommen mit Iran gefährden. Das berichtet die „Washington Post“ unter Berufung auf aktuelle und ehemalige US-Regierungsvertreter.

Demnach gehen US-Geheimdienstanalysen davon aus, dass Israel seine Militäroperationen gegen die Hisbollah im Libanon fortsetzen will. Das würde einem zentralen Bestandteil der Vereinbarung zwischen den USA und Iran widersprechen, die ein Ende der Kampfhandlungen im Libanon vorsieht. Am Freitag vereinbarten Israel und die Hisbollah laut US-Kreisen zunächst jedoch noch eine Waffenruhe, die am Nachmittag beginnen sollte.

Die Geheimdiensteinschätzung fällt in eine Phase wachsender Spannungen zwischen Washington und Jerusalem. Trump hatte Netanjahu zuletzt öffentlich aufgefordert, keine Maßnahmen zu ergreifen, die das Abkommen gefährden könnten. Bei der Vorstellung der Vereinbarung sprach der US-Präsident von einer „kleinen Meinungsverschiedenheit über den Libanon“ mit dem israelischen Regierungschef.

Laut dem Bericht sehen US-Geheimdienste einen Zusammenhang zwischen Netanjahus politischer Zukunft und dem Kurs im Libanon. Vor den für den Herbst erwarteten Wahlen könne ein Rückzug israelischer Truppen von vielen Wählern als Niederlage gewertet werden. Israelische Regierungsvertreter weisen den Vorwurf zurück. Militärische Aktionen im Libanon dienten ausschließlich dem Schutz israelischer Bürger vor Angriffen der Hisbollah, zitierte die Zeitung einen hochrangigen Regierungsvertreter.