„Es war wie Freitags kicken gehen.“ So beschreibt Rapper OG Keemo die Anfänge seiner Karriere. Gemeinsam mit seinem Freund und Produzenten Funkvater Frank saß er im Keller seines Vaters, sie schrieben an Songs, bastelten an Beats und produzierten Musik.

Aus dem Hobby wurde für Funkvater Frank und OG Keemo die metaphorische Champions League – Auftritte beim Splash-Festival, ausverkaufte Touren, das Album „Mann beißt Hund“ von 2022 sowohl ein Kritiker- wie auch Publikumsliebling.

Das ZDF hat OG Keemo und Funkvater Frank im Rahmen einer vierteiligen Dokuserie begleitet, „In Vertigo – OG Keemo und Funkvater Frank“ heißt sie.

Das Filmteam erhält dort intime Einblicke in die Persönlichkeiten seiner Protagonisten – auf und abseits der Bühne. Statt OG Keemo, dem aggressiven Hünen auf der Bühne, kommt dort auch Karim Joel Martin zu Wort, der „echte“ OG Keemo.

Statt in den Hochhausblocks von Mainz-Lerchenberg wohnt Karim Joel Martin mittlerweile im beschaulichen Weinheim in Baden-Württemberg, geht zum Sport und zur „Baby-Shower“ seiner jüngeren Schwester. „Ich bin 31 und Vater von einem dreijährigen Kind. Ich traue meinen Hörern zu, dass die nicht denken, dass ich noch da draußen bin und irgendwelche Leute ausraube.“

Dass es in der Albumproduktion hakt, zeigt die Dokumentation schonungslos. Das liegt vor allem an den Zweifeln, die OG Keemo am kommenden Konzept des Albums hat. Von der Ursprungsidee, das Projekt „Tausend Huren“ zu nennen, bewegt sich das Duo schnell weg. Auf der Suche nach dem richtigen Bild diskutieren OG Keemo und Funkvater Frank über Frauenbilder und Männlichkeit, bis ein Motiv heraussticht: Der Berserker. Die Selbstzweifel des Rappers sowie die wachsende Ungeduld seines Partners Funkvater Frank fängt „In Vertigo“ geschickt ein, das Kamerateam ist dabei nur Beobachter, nie Kommentator.

Besonders einfühlsam ist die Bildsprache der Dokumentation. Neben Archivaufnahmen kommen auch zahlreiche Zeichnungen und animierte Sequenzen vor. Sie illustrieren das frühe Leben des Karim Joel Martin. Streit zwischen Elternteilen, frühe Raubzüge und das erste Treffen mit Funkvater Frank werden so dargestellt, aber auch die immer wieder thematisierten depressiven Phasen des Rappers. Zahlreiche Designs stammen dabei von OG Keemo selbst, was der Dokumentation eine weitere, persönliche Note verleiht.

Auf der Website berserker.de befindet sich ein Countdown, der am 13. Juni um 14.30 Uhr ablief. Ein ähnliches Phänomen hatte es schon vor wenigen Wochen gegeben. Dort war ein Countdown am 8. Mai abgelaufen, Veröffentlichungstag der EP „Berserker+“. Mittlerweile angekündigt ist das Album „Berserker“, als Veröffentlichungszeitraum wird Ende November angegeben. Und auch einen neuen Countdown gibt es auf der Seite, neues Datum: Freitag, 19. Juni, um 15 Uhr.

Info Die vier Folgen von „In Vertigo – OG Keemo und Funkvater Frank“ sind ab Sonntag, 14. Juni, um 10 Uhr im ZDF-Streaming-Portal zu finden.