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Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,
manchmal ist die Gleichzeitigkeit verschiedener Ereignisse kaum zu ertragen. Hierzulande aalen sich die Menschen in der Sonne, schlecken Eis und grillen sich satt, planschen im Freibad oder radeln durchs Grüne. Nur 1.200 Kilometer östlich fallen den Menschen Bomben auf den Kopf. Einwohner von Kiew, Kramatorsk und Dnipro stehen Nacht für Nacht Todesängste aus, betrauern getötete Freunde und Verwandte, hocken in Kellern und Ruinen. Weil das ukrainische Militär immer erfolgreicher gegen den russischen Aggressor zurückschlägt, terrorisiert Kremlchef Putin die ukrainische Zivilbevölkerung mit erbarmungslosen Luftangriffen, lässt Wohnhäuser, Schulen und Kirchen beschießen. Mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion hat die internationale Gemeinschaft immer noch keinen Weg gefunden, die barbarische Mordbrennerei zu beenden.

Bei russischem Angriff beschädigtes Wohnhaus in Kramatorsk. (Quelle: Tommaso Fumagalli/ZUMA Press Wire/dpa)

Russischer Luftangriff auf das weltberühmte Kiewer Höhlenkloster. (Quelle: Evgeniy Maloletka/AP/dpa)
Drei Dinge sind diese Woche auf dem G7-Gipfel in Frankreich klar geworden. Erstens hat die US-Regierung ihre Bemühungen für einen Waffenstillstand in der Ukraine nahezu vollständig eingestellt; Donald Trumps überforderte Unterhändler haben sich von Putins Emissären einseifen lassen. Zweitens unternimmt Washington allen Lippenbekenntnissen zum Trotz keine Anstalten, die Unterstützung der angegriffenen Ukraine wieder deutlich auszuweiten. Drittens ist Trump mittlerweile politisch so geschwächt, dass er die europäischen Versuche, den Druck auf Putin zu erhöhen, nicht mehr durch Störmanöver durchkreuzen kann. Letzteres ist eine gute Nachricht.
Der Einfluss des US-Präsidenten ist rapide geschrumpft. Der undurchdachte Angriff auf den Iran, die folgende Energiekrise und die verzweifelten amerikanischen Versuche, den israelischen Regierungschef Netanjahu zurückzupfeifen und mit dem Teheraner Regime Frieden zu schließen, haben Trumps Machtstellung untergraben.
Was folgt daraus für die Welt, für Deutschland, für die Wirtschaft? Welche Manöver, welche möglichen Eskalationen sind im Ukraine-Krieg zu erwarten und wo verbirgt sich womöglich doch noch ein Hoffnungsschimmer für den ersehnten Frieden? Antworten auf diese Fragen geben wir im „Tagesanbruch“-Podcast mit Roderich Kiesewetter. Der ehemalige Bundeswehroffizier sitzt seit 17 Jahren für die CDU im Deutschen Bundestag und gilt als einer der bestinformierten Sicherheits- und Verteidigungspolitiker. Er beurteilt die Lage nüchtern, klar und aufschlussreich. Hören Sie bitte:
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Roderich Kiesewetter fordert größere Verteidigungsanstrengungen. (Quelle: Marijan Murat/dpa)
Anschließend wünsche ich Ihnen ein hoffentlich friedliches Sommerwochenende. Der nächste Tagesanbruch kommt am Montag von meinem Kollegen Mauritius Kloft.
Herzliche Grüße
Ihr
Florian Harms
Chefredakteur t-online