London – Die letzten Tage wurde spekuliert, nun ist es fix: Am Montagvormittag gab der britische Premierminister Keir Starmer seinen Rücktritt als Labour-Parteichef und in weiterer Folge als Premierminister bekannt. Er ziehe damit die Konsequenzen aus den anhaltend schlechten Zustimmungswerten, sagte Starmer vor seinem Amtssitz in Downing Street 10 in London.
Der Labour-Politiker kämpfte zuletzt mit historisch schlechten Umfragewerten nach schweren Verlusten bei den Kommunalwahlen im Mai und dem Rücktritt führender Kabinettsmitglieder aus Protest gegen seinen Führungsstil.
Am Freitag hatte das Team seines parteiinternen Rivalen Andy Burnham erklärt, man gebe Starmer das Wochenende Zeit, um seine Lage zu überdenken und hoffe auf eine geordnete Machtübergabe. Umfragen unter Parteimitgliedern deuten darauf hin, dass Burnham eine Kampfabstimmung gewinnen würde.
Burnham hatte am Donnerstag die Nachwahl im Bezirk Makerfield gewonnen. Erst dadurch, durch den gewonnenen Parlamentssitz, kann er Starmer in die Wahl um den Vorsitz der Regierungspartei Labour zwingen und bei einem Erfolg als Premierminister ablösen. Als weiterer möglicher Kandidat für eine Führungswahl gilt der frühere Gesundheitsminister Wes Streeting.
Seit dem Brexit-Referendum herrscht in der britischen Politik Chaos. Seit 2016 gaben sich die Premierministerinnen und Premierminister die Klinke in die Hand. In den letzten zehn Jahren gab es sechs Regierungschefs, nun folgt der Siebte. Labour hatte unter Starmers Führung die Parlamentswahl im Juli 2024 nach 14 Jahren in der Opposition mit großer Mehrheit gewonnen. (TT.com, dpa, APA)