TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Mailand (Italien) – Erst der Seitensprung, dann die Schlagzeilen, schließlich die Scheidung. Boris Becker (58) spricht in einem aktuellen Podcast so offen wie lange nicht über das Ende seiner Ehe mit Barbara Becker (59). Der frühere Tennis-Held blickt auf eine Zeit zurück, in der aus dem gefeierten Wimbledon-Sieger plötzlich der Schuldige der Nation wurde – und erklärt, warum er sich damals machtlos fühlte.
Auslöser der Trennung war seine Affäre mit Angela Ermakova (58). Als öffentlich wurde, dass aus diesem Seitensprung Tochter Anna (25) entstanden war, zerbrach die Ehe mit Barbara, der Mutter seiner beiden Söhne Noah (32) und Elias (26). Boris übernimmt dafür klar die Verantwortung. „Ich habe sie betrogen, daran besteht kein Zweifel“, so Becker im „The Louis Theroux Podcast“.
Wie aus Boris Becker der „Bösewicht“ wurde
Nach der Trennung folgte ein öffentlicher Rosenkrieg. Becker beschreibt rückblickend, wie sehr die Stimmung damals gegen ihn gekippt sei. „Wir haben das also hinter uns gelassen. Nach unserer Scheidung gab es ein paar Szenen. Aber es ist schon so lange her.“ Vieles sei verblasst, sagt er. „Ich muss wirklich lange überlegen, was da alles nicht so nett von ihr war.“

Boris Becker (damals 27) mit Ehefrau Barbara (damals 28) 1995 bei den MTV Video Music Awards in New York. Jahre später sollte seine Affäre die Ehe erschüttern
Foto: FilmMagic, Inc
Entscheidend sei die Wahrnehmung gewesen. „Sie hatte die Macht, weil ich der Bösewicht war. Sie hat eine ordentliche Abfindung bekommen. Und sie hat begriffen, dass niemand perfekt ist.“ Becker schildert damit ein Kräfteverhältnis, das aus seiner Sicht stark durch die öffentliche Meinung geprägt war.
Mehr zum ThemaHeute verbindet sie vor allem die Familie
Trotz aller Verletzungen spricht Becker respektvoll über seine Ex-Frau. „Trotzdem haben wir es geschafft, eine Beziehung aufzubauen, die auf Respekt beruht. Sie ist eine wundervolle Mutter für meine beiden ältesten Söhne. Sie ist dieses Jahr übrigens auch nach Mailand gezogen.“

Boris Becker (damals 52) mit Sohn Elias (damals 20) und Ex-Frau Barbara (damals 53) 2020 in Berlin – auf dem roten Teppich zeigen sie sich als Familie, lange nach dem Ehe-Aus
Foto: Getty Images for Laureus
Auch seine Rolle als Vater betont er deutlich. „Ich bezeichne mich gern als guten Vater. Ich habe mich wirklich gut um meine beiden Ältesten gekümmert, obwohl sie damals nicht in Europa lebten, sondern nach Miami gezogen sind.“
Vom einstigen Rosenkrieg ist nichts mehr zu spüren. „25 Jahre später betrachten wir uns trotz allem, was passiert ist, immer noch als eine eng verbundene Familie.“ Vielleicht war das seine schwerste Partie – und die mit der längsten Nachspielzeit.