In einem kleinen Dorf zwischen Prenzlau und Pasewalk bangen seit zweieinhalb Jahren eine Frau und ihre beiden Kinder um den 42-jährigen Familienvater Jan. Der zweifache Papa ist an einem aggressiven Bauchfellkrebs erkrankt, der sich aus einer Darmkrebserkrankung entwickelt hatte. Die Krankheit hat den Alltag des freiberuflichen Musikers, der von seiner Frau zu Hause gepflegt wird, und seiner Lieben stark verändert.

Gewichtsverlust, Angst und Schmerzen

„Jeden Tag kämpft Jan gegen Gewichtsverlust, Angst und Schmerzen. Die Lage ist mittlerweile dramatisch – für Jan, für seine Frau und für die Kinder. Die Träume von Jans Kindern sind bescheiden geworden: ‚Mit Papa im See schwimmen und Eis essen gehen’“, heißt es in einem Spendenaufruf bei GoFundMe, den seine Freunde gestartet haben.

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Sie wissen, dass es gemeinsame Momente abseits des Leids für die Familie nur noch selten gibt. „Wenn wir manchmal im Garten sitzen, der gepflanzte Samen aufgeht, die Luft nach Flieder riecht, schafft der Krebs es nicht, uns diesen Moment zu stehlen“, erzählt Jans Frau Pitte. Die Malerin berichtete dem Nordkurier, dass zwei Chemotherapien die Krankheit bisher nur bedingt stoppen konnten.

„Aber Jan hat so einen unglaublichen Willen und trainiert täglich, um seinen Körper gegen die Krankheit fit zu halten. Jeder Schritt, jeder Liegestütz, den er macht, kann entscheidend für den Heilungsprozess sein“, hoffen die Initiatoren Jacob Venuß und Vivien Hellwig.

Der Patient hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben.Bild vergrößern

Der Patient hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. (Foto: Privat)

Dank einer DNA-Tumor-Analyse hat der Mittvierziger nun eine Empfehlung für eine neuartige Immuntherapie bekommen, heißt es weiter in dem Aufruf: „Dabei werden körpereigene Immunzellen genutzt, um gezielt Tumorstrukturen zu erkennen und anzugreifen. Dafür wird ein Krebsimpfstoff aus körpereigenem Material hergestellt – z.B. aus Tumorzellen, Blutbestandteilen oder Immunzellen. Ziel der Therapie ist es, das Immunsystem gezielt auf Tumormerkmale zu trainieren, sodass Krebszellen besser erkannt und bekämpft werden können. Die Immuntherapie gehört zu den individuellsten Behandlungsformen der modernen Onkologie. Diese auf Jans spezifische Tumor-DNA zugeschnittene Therapie bedeutet für Jan ein Licht am Horizont. Nach mehreren Chemotherapie-Zyklen, mehreren Zweitmeinungen und der Auswertung durch zwei molekulare Tumorboards hat Jan sich entschieden, zusätzlich zu einer 3. Chemotherapie, diese personalisierte Immuntherapie zu beginnen. Er möchte sie unbedingt machen, sie bedeutet für ihn Hoffnung.“

Die Krankheit hat den 42-Jährigen merklich gezeichnet.Bild vergrößern

Die Krankheit hat den 42-Jährigen merklich gezeichnet. (Foto: Privat)

Leider sei die Immuntherapie keine Leistung seiner Krankenkasse und müsse vom Patienten selbst getragen werden, bedauert das persönliche Umfeld des Schwerkranken. Seine Frau räumte gegenüber der Redaktion am 21. Juni ein, dass ihre finanziellen Reserven längst ausgeschöpft seien. Benötigt werden 13.700 Euro, um die personalisierte Krebstherapie zu finanzieren.

„Die Summe beinhaltet die Herstellung des individualisierten Impfstoffs, Anschlussbehandlungen, Konsultationen des Arztes, begleitende hoch dosierte Vitamin-C-Gaben sowie Fahrt- und Unterkunftskosten. Nur, wenn wir alle etwas dazu geben, kann Jan diese enormen Kosten stemmen und diese vielleicht letzte Chance ergreifen. Unsere Hoffnung ist groß. Lasst uns diese Hoffnung nicht hergeben. Im Persischen heißt Jan ‚Leben‛. Danke für eure Hilfe!“, betonen die Verfasser des Spendenaufrufs.

Jan möchte wieder mit seinen Kindern Trecker fahren können.Bild vergrößern

Jan möchte wieder mit seinen Kindern Trecker fahren können. (Foto: Privat)

Marlies Filter aus Göritz gehörte zu den Ersten, die die Aktion unterstützen. Sie hat lange die Kita geleitet, in welcher einer der Söhne untergebracht war und wünscht der Familie nichts sehnlicher, als dass der Ehemann und Papa endlich wieder gesund wird.

Spendenaufruf von Jacob Venuß: Im Persischen heißt Jan „Leben“