Es fehlten nur wenige Minuten, dann wäre die letzte Runde am kommenden Sonntag im Bundesliga-Grunddurchgang 2025/26 zwecks Meistergruppen-Teilnehmer bereits belanglos gewesen. Der SK Rapid lag auswärts beim SCR Altach bis kurz vor Ende mit 1:0 vorn und wäre somit nach dem FC Red Bull Salzburg, dem SK Puntigamer Sturm Graz, LASK und FK Austria Wien fix im Oberen Play-off dabei. Auch der Fünfte TSV Egger Glas Hartberg hätte dadurch vorab in Runde 21 das Ticket gelöst. Doch dann fiel noch der Altacher Ausgleich. Der Ärger bei den Hütteldorfern sitzt tief! Auslöser war….

Aufregung um nicht gegebenen Strafstoß

….eine umstrittene Szene, die bei den Grün-Weißen für erheblichen Unmut sorgte – und die Diskussion um den Video-Assistenten neu entfachte.

Was war passiert? Im Stadion Schnabelholz kam es nach einem Eckball zu einer Szene, die aus SK Rapid-Sicht klarer kaum hätte sein können: SCR Altach-Torhüter Dejan Stojanovic brachte Gäste-Offensivakteur Nikolaus Wurmbrand im Sechzeshner zu Fall. Der steirische Schiedsrichter Christian-Petru Ciochirca wurde vom VAR auf die Situation aufmerksam gemacht und studierte die Bilder am Monitor. Dennoch blieb der gebürtige Rumäne bei seiner ursprünglichen Entscheidung – kein Elfmeter.

Bereits Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup hatte unmittelbar nach der Partie seinem Unverständnis Ausdruck verliehen und die Szene als klarsten Strafstoß der laufenden Saison bezeichnet. Nun meldete sich auch Markus Katzer (Geschäftsführer Sport) zu Wort – und fand deutliche Worte.

Katzer erkennt systematische Benachteiligung

Gegenüber dem „Kurier“ zeigte sich der 46-jährige Wiener fassungslos. Nach seiner Wahrnehmung habe selbst der Unparteiische ein Foulspiel an Wurmbrand erkannt. Wenn trotz dieser Einschätzung keine Korrektur erfolge, stelle sich aus seiner Sicht die grundsätzliche Frage nach dem Sinn des Video-Assistenten. In einem solchen Fall könne man ebenso gut auf technische Unterstützung verzichten. Zitat Katzer: „Dann brauchen wir den VAR gar nicht und spielen lieber wie früher mit den üblichen Fehlern“

Darüber hinaus ortet der Sportchef in dieser Saison ein wiederkehrendes Muster. Besonders die beiden bisherigen Duelle mit dem GAK 1902 seien aus seiner Sicht von gravierenden VAR-Entscheidungen geprägt gewesen – stets zulasten der Grün-Weißen.

Beim 1:1 im ersten Aufeinandertreffen führte ein in der Nachspielzeit verhängter Strafstoß zum Ausgleich für die Grazer Athletiker. Nach einem Zweikampf zwischen Jacob Italiano und Marco Tilio hatte der Wiener Schiedsrichter Harald Lechner zunächst weiterspielen lassen, revidierte seine Entscheidung jedoch nach Ansicht der Videobilder. GAK-Kapitän Daniel Maderner verwandelte den Strafstoß sicher.

Auch im zweiten Duell in Hütteldorf fühlte sich Rapid benachteiligt. In der 66. Minute blockte Verteidiger Nenad Cvetkovic einen Schuss mit angelegtem Arm, dennoch entschied der oberösterreichische Schiedsrichter Stefan Ebner auf Handelfmeter für die Gäste. Zwar wurde die Szene überprüft, ein Gang zum Bildschirm blieb dem Referee jedoch erspart. Erneut trat Maderner an und traf. In der späteren Wochenend-Analyse wurde die Entscheidung seitens des VAR als Fehlbeurteilung eingeräumt.

Kampf um die Meistergruppe

Für Markus Katzer steht fest, dass die strittigen Entscheidungen sportliche Konsequenzen haben. Zwar räumte er ein, dass Rapid auch selbst Fehler gemacht habe, doch mit korrekten VAR-Urteilen wäre der Klub seiner Überzeugung nach bereits fix in der Meistergruppe vertreten.

Statt Planungssicherheit wartet nun ein echtes Endspiel: Am kommenden Sonntag empfängt der Tabellensechste Spitzenreiter FC Red Bull Salzburg. Nur mit einem Sieg gegen die Mozartstädter hätten die Wiener die Qualifikation für die Top sechs aus eigener Kraft in der Hand. Bei einem Remis oder einer Niederlage wäre man auf Schützenhilfe angewiesen – ein Szenario, das man in Hütteldorf unbedingt vermeiden möchte.

Siehe auch:

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