Die „Woche der Klarheit“ und vor allem: Der historischen Chancen für den in 2026 in Pflichtpartien noch unbesiegten SCR Altach (3S, 2U). Es ist ein völlig neues Gefühl für die Rheindörfler, in den vergangenen Jahren stets (wenn auch letztendlich erfolgreich) wider dem Abstiegsgespenst, und jetzt das! Das Team von SCRA-Neo-Coach Ognjen Zaric ist in beiden nationalen Bewerben noch vertreten, hat am Sonntag beim SK Sturm Graz die Chance, um erstmals in die Meistergruppe aufzusteigen. Und zuvor morgen Abend (18 Uhr, Ligaportal-LIVETICKER) gegen die Roten Bullen erstmals ins UNIQA ÖFB Cup-Finale.

Keine Angst vor „großen Tieren“, respektive Roten Bullen! Tunnelblick und voller Fokus auf das ÖFB-Cup-Halbfinal-Duell beim favorisierten FC Red Bull Salzburg für Mohamed Ouédraogo und den SCR Altach. Der 23-jährige Linksverteidiger und achtfache Nationalspieler von Burkina Faso zählt in dieser Saison zu den Leistungsträgern und Dauerbrennern beim Bundesliga-Siebten aus Vorarlberg, absolvierte bisher 23 Einsätze und steuerte dabei je zwei Tore und Assists bei.
SCR Altach seit Oktober 2024 gegen RB Salzburg unbesiegt bei drei Remis en suite
Es geht für Antreiber Patrick Greil, gebürtiger Salzburger, und die Altacher also gegen keinen Geringeren als den aktuellen Bundesliga-Spitzenreiter und einstigen Serienmeister FC Red Bull Salzburg. Die Vorarlberger gehen als klarer Außenseiter in die Partie. Mut macht, dass die Rheindörfler in dieser Saison in der Meisterschaft in der Herbstsaison stets gegen die Roten Bullen punkteten (2:2, 1:1), wobei die Salzburger jeweils mit 2:1 bzw. 1:0 führten.
In seinen bisher beiden BL-Partien im Frühjahr blieb der letztjährige Vizemeister in der Red Bull Arena tor- und sieglos (1U, 1N), verlor zum Auftakt gegen die Wiener Austria und hatte sich zuletzt gegen den TSV Hartberg mit einem 0:0-Remis zu begnügen.
Für die Rheindörfler bedeutet das Gastspiel also bereits die zweite Auswärtsreise in dieser Saison nach Salzburg. Neben den beiden Unentschieden in der Meisterschaft in dieser Saison, endeten überhaupt die vergangenen drei Aufeinandertreffen jeweils ohne Sieger. Das letzte Duell verlor der SCRA am 19. Oktober 2024 mit 1:2 in der Red Bull Arena. Nach 1:0-Führung und durch den späten Doppelschlag von Karim Konaté (84.) und Edmund Baidoo (87.), die das Spiel drehten.
Klar ist jedoch, dass es diesmal zwingend eine Entscheidung geben wird. Spätestens nach einer möglichen Verlängerung und einem Elfmeterschießen steht fest, wer am 1. Mai in Klagenfurt um den Cup-Titel spielt.
Rückhalt erhalten Kapitän Lukas Jäger & Co. von zahlreichen Altacher Anhängern, die in Wals-Siezenheim für lautstarken Support sorgen werden – ein würdiger Rahmen für das bislang bedeutendste Cup-Spiel der Vereinsgeschichte.
Salzburg mit neuem Chef an der Linie
Auch die Gastgeber mussten auf dem Weg ins Halbfinale Widerstände überwinden. Gegen einen anderen West-Klub, die WSG Tirol fiel die Entscheidung erst in der Verlängerung (3:1), im Viertelfinale setzte sich RB Salzburg knapp mit 1:0 beim Vorjahres-Cupsieger WAC in der Lavanttal Arena in Wolfsberg durch. Damals noch unter Coach Thomas Letsch, dessen Nachfolger Daniel Beichler morgen Abend erstmals in einem Cupspiel als Cheftrainer agieren wird.
Trotz mehrerer verletzungsbedingter Ausfälle kann der aktuelle Bundesliga-Spitzenreiter auf erhebliche Offensivqualität bauen. Mit dem ivorischen Torjäger Karim Konate, dem 18-jährigen, bosnischen Senkrechtstarter Kerim Alajbegović und Stürmer Edmund Baidoo verfügt der Titelanwärter über ein gefährliches Offensiv-Trio, von dem jeder Spieler jederzeit den Unterschied ausmachen kann.

Zarić-Team reist mit Selbstvertrauen an
Unbeeindruckt von der Favoritenrolle des Gegners zeigt sich der SCRA selbstbewusst. Die Mannschaft ist im laufenden Kalenderjahr noch ohne Niederlage geblieben, zeigt Konstanz und hat in der Bundesliga die wenigsten Gegentore kassiert. Entsprechend entschlossen geht man die Aufgabe an – mit viel Zuversicht und dem festen Glauben an die eigene Stärke.
Personell dürfte Trainer Ognjen Zarić voraussichtlich auf jenen Kader zurückgreifen, der zuletzt gegen den SK Rapid (1:1) im Einsatz war. Ob der 37-jährige Serbe personelle Anpassungen in der Startformation vornimmt, bleibt offen. Als möglicher Kandidat für die Anfangself gilt der 28-jährige, aus dem Salzburger Land stammende RechtsverteidigerSandro Ingolitsch, der nach überstandener Rippenverletzung am Sonntag ein gelungenes Comeback feierte und schon einen Cup-Titel auf seiner Vita stehen hat (2023 mit dem SK Sturm Graz).
Die Bühne ist bereitet für einen intensiven Cup-Abend – mit der Aussicht auf ein historisches Kapitel in der Vereinsgeschichte des Ländle-Klubs.
„Es ist eine Riesenchance, die wir nutzen wollen“
SCRA-Cheftrainer Ognjen Zarić mit Blick auf die bisherigen Leistungen in 2026:
„Wir müssen genauso weitermachen. Wir haben eine sehr gute Energie. Es ist ein schwieriges Los, aber wir fahren nach Salzburg, um ins Finale zu kommen. Es ist eine Riesenchance, die wir nutzen wollen.“
Der Weg beider Klubs ins Halbfinale
SCR Altach
1. Runde: SC Hirschwang – SCR Altach 1:4 (0:2)
Tore: Mustapha (2), Estrada, Eigentor
2. Runde: SV Donau – SCR Altach 1:3 (0:1)
Tore: Diawara, Mustapha, Bähre
Achtelfinale: Kapfenberger SV – SCR Altach 1:3 n.V. (1:1, 0:0)
Tore: Hrstic (2), Oswald
Viertelfinale: SCR Altach – SK Puntigamer Sturm Graz 3:1 n.V. (1:1, 0:0)
Tore: Greil (2), Hrstic
FC Red Bull Salzburg
1. Runde: Union Dietach – FC Red Bull Salzburg 0:4 (0:4)
Tore: Ratkov (2), Alajbegovic, Nene
2. Runde: FC Dornbirn – FC Red Bull Salzburg 1:3 (1:1)
Tore: Alajbegovic, Ratkov, Vertessen
Achtelfinale: FC Red Bull Salzburg – WSG Tirol 3:1 n.V. (1:1, 0:0)
Tore: Yeo, Kjaergaard, Bischoff
Viertelfinale: RZ Pellets WAC – FC Red Bull Salzburg 0:1 (0:1)
Tor: Konate
Weiterer ÖFB-Cup-Termin / Prämien
Finale: 01. Mai 2026 in Klagenfurt
Als Prämien werden im Halbfinale für jeden Heimverein 33.000 € und für jeden Auswärtsverein 55.000 € ausgeschüttet.
Siehe auch:
Baumis ÖFB-Cup-Halbfinal-Prognose: Lange Nacht bei SV Oberbank Ried vs. LASK
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Fotocredit: Gepa-Admiral und RB Salzburg by Getty