Die erste große Hitzewelle des Jahres bringt Wien ins Schwitzen. Mit Temperaturen über 35 Grad steigt auch der Bedarf an Fernkälte massiv an – besonders in Spitälern, Büros und öffentlichen Gebäuden.

Die erste große Hitzewelle des Jahres macht sich nicht nur auf den Thermometern bemerkbar. Auch die Nachfrage nach Kühlung steigt in Wien derzeit deutlich an. Laut Wien Energie liegt der Bedarf an Fernkälte an besonders heißen Tagen um bis zu 60 Prozent über jenem eines durchschnittlichen Sommertages.

AKH, Rathaus und Hotels setzen auf Fernkälte

Die steigende Nachfrage betrifft zahlreiche zentrale Einrichtungen der Stadt. Zu den größten Abnehmern zählen unter anderem:

das AKH Wien

das Wiener Rathaus

die Universität Wien

das Naturhistorische Museum

das Ronacher

Hotels wie das Hotel Sacher

Auch Wohngebäude werden zunehmend an das Fernkältenetz angeschlossen, etwa im Nordbahnviertel.

Michael Horak/Wien EnergieAPA

Tropennächte verschärfen die Situation

Besonders belastend sind die mittlerweile häufigen Tropennächte. Sinken die Temperaturen nachts nicht unter 20 Grad, kann sich die Stadt deutlich schlechter abkühlen. Dadurch bleibt auch der Kühlbedarf auf hohem Niveau. Besonders betroffen sind dicht verbaute Bezirke wie die Innere Stadt.

Rekord bei Tropennächten

Die Zahl der Tropennächte hat in Wien in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Der bisherige Rekord wurde 2024 gemessen: Damals wurden in der Innenstadt 53 Tropennächte registriert.

Auch der Sommer 2025 gehörte österreichweit zu den zehn heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Wien testet größten Eiswürfel der Stadt

Neu ist heuer ein außergewöhnliches Projekt von Wien Energie. Erstmals kommt ein großer Eisspeicher im Fernkältenetz zum Einsatz.

Dabei wird Wasser zu Eis gefroren und die gespeicherte Kälte genutzt, um an besonders heißen Tagen Lastspitzen abzufangen.

Der Speicher befindet sich auf dem MedUni-Campus Mariannengasse und gilt als der wohl größte Eiswürfel Wiens.

Wien Energie / Max Kropitz

100 Millionen Euro für Kühlung

Wien Energie investiert aufgrund des steigenden Bedarfs kräftig in den Ausbau des Netzes. In den kommenden Jahren sollen rund 100 Millionen Euro in die klimafreundliche Kühlung der Stadt fließen.

Bis 2030 soll die Fernkälteleistung von derzeit 250 auf 370 Megawatt steigen.

Klimafreundliche Alternative

Fernkälte gilt als deutlich klimafreundlicher als klassische Klimaanlagen. Laut Wien Energie können dadurch rund 50 Prozent der CO₂-Emissionen eingespart werden.

Zudem entsteht keine zusätzliche Wärmeabgabe über Außengeräte, wodurch die Bildung von Hitzeinseln reduziert wird.