Noch am Sonntag – einen Tag nach Beginn der massiven US-israelischen Luftangriffe im Iran – hatte Trump grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisiert. „Sie wollen reden und ich habe zugestimmt, zu reden, also werde ich mit ihnen reden“, sagte der Präsident in einem Telefoninterview mit dem US-Magazin „The Atlantic“. „Sie hätten das früher tun sollen.“

Auch der iranische UN-Botschafter in Genf äußerte sich skeptisch. „Derzeit zweifeln wir sehr am Nutzen von Verhandlungen“, sagt Ali Bahreini vor der Presse. Die einzige Sprache, mit der der Iran sprechen könne, sei die Sprache der Verteidigung, sagt Bahreini weiter. Es sei nicht die Zeit für Verhandlungen. „Wir werden uns bis zu dem Punkt verteidigen, an dem diese Aggression beendet ist.“

Die katarische Regierung sieht wegen der andauernden iranischen Angriffe auf Ziele in der Golfregion „rote Linien“ überschritten. Es bestehe kein Kontakt zum Iran, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, in der Hauptstadt Doha. Katar sei darauf fokussiert, sein Territorium und seine Bürger zu schützen.

Im Gegensatz zu den Reaktionen auf die Luftschläge beim sogenannten Zwölftagekrieg hatte der Iran seine Gegenstrategie auf die jüngste Intervention geändert. Das Regime in Teheran greift derzeit auch Ziele in der Golf-Region an. Das untergrabe die Strategie der Golf-Staaten, sich als „Zentrum der wirtschaftlichen Stabilität“ in der Region zu etablieren, sagte der Nahost-Experte und frühere Leiter der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Volker Perthes, am Dienstag vor Journalisten in Berlin.

Seit Samstag hat der Iran nach Angaben Katars mehr als 100 ballistische Raketen auf das Land abgeschossen. Ein Großteil konnte abgewehrt werden. Außerdem seien seitdem 39 Drohnen und zwei Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Auch der internationale Flughafen in Doha sei Ziel der Angriffe gewesen. Katar warf der iranischen Regierung vor, damit nicht nur militärische Ziele, sondern auch lebenswichtige Infrastruktur ins Visier zu nehmen.

Der Iran hat jeglichen Angriff auf Oman abgestritten. Zuvor hat das Sultanat gemeldet, zwei Drohnen abgefangen zu haben. Eine dritte sei in der Nähe des Hafens Salalah niedergegangen, ohne größeren Schaden anzurichten.

US-Präsident Donald Trump lehnt Verhandlungen mit der Führung in Teheran ab. Der Iran wolle zwar verhandeln, dafür sei es jedoch zu spät, schreibt Trump auf der Plattform Truth Social. Die iranische Luftabwehr, die Luftwaffe, die Marine und die Führung seien ausgeschaltet.