Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Wettbewerbsverzerrung durch Lebensmittelimporte. Schmuckenschlager fordert gleiche Spielregeln für alle: „Unsere bäuerlichen Familienbetriebe produzieren unter höchsten Umwelt-, Tierwohl- und Sozialstandards. Es kann nicht sein, dass gleichzeitig Lebensmittel importiert werden, die unter Bedingungen erzeugt wurden, die bei uns verboten sind. Wer von unseren Bäuerinnen und Bauern höchste Standards verlangt, muss dafür sorgen, dass diese auch für Importware gelten. Nur gleiche Standards schaffen fairen Wettbewerb und sichern die heimische Lebensmittelproduktion langfristig ab.“

Auch LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf verweist in Lassee auf die dramatische Gesamtsituation für die bäuerlichen Familienbetriebe: „Wir haben hier bis zu 40 Prozent weniger Niederschlag, das bedeutet schlechte Ernteerträge. Gleichzeitig sind die Markterlöse niedrig und die Preise für notwendige Betriebsmittel wie Dünger hoch. Also eine extrem schwierige Situation, die für viele existenzbedrohend ist. Daher ist klar: Die Bäuerinnen und Bauern sichern die Versorgung mit Lebensmittel. Sie brauchen mehr und nicht weniger Unterstützung! Dazu fordere ich einen Importstopp für Lebensmittel, die nicht unseren Standards entsprechen!“

Auch Bundesminister Norbert Totschnig unterstreicht die Notwendigkeit langfristiger Anpassungsmaßnahmen: „Die klimawandelbedingte Trockenheit stellt unsere österreichische Landwirtschaft vor enorme Herausforderungen. Klar ist, Versorgungssicherheit beginnt mit der Verfügbarkeit von Wasser und diese müssen wir auch in Zukunft gewährleisten. Deshalb schaffen wir mit der Gemeinsamen Agrarpolitik Planungssicherheit für unsere Bäuerinnen und Bauern, fördern Investitionen in effiziente Bewässerungssysteme und treiben die Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel konsequent voran. Dazu gehören nachhaltige Bewirtschaftungsformen, gesunde und humusreiche Böden sowie trockenheitstolerante Sorten. Die Herausforderungen sind groß, aber mit Weitblick, Innovation und gemeinsamen Anstrengungen können wir sie erfolgreich bewältigen.“

Christian Gasselich, Landwirt in Lassee, erlebt die Auswirkungen täglich am eigenen Betrieb: „Die Sorgen sind sehr groß, ob und wie lange sich das für die Bauern noch rechnet. Die Agrarmärkte sind volatiler als die Aktienmärkte, dazu kommen Trockenheit und Dürre. Wir hatten seit März nur dreimal mehr als 10 mm Regen. Wir brauchen fairen Wettbewerb und Unterstützung.“ Und an die heimischen Konsumentinnen und Konsumenten appelliert er: „Vertraut auf unsere Produkte und unterstützt uns!“