BR-Klassik vergibt den zehnten Operetten-Frosch für die Spielzeit 2025/2026
Der zehnte Frosch geht an die Bühne Burgäschi für „Hopsa“
25.06.2026
Der zehnte BR KLASSIK -„Operetten-Frosch“ für die Spielzeit 2025/2026 geht an die Bühne Burgäschi für „Hopsa“ von Paul Burkhard. Inszeniert von Melanie Gerig-Walthert. Der Preis schließt die Nominierung für den Spielzeit-Frosch 2025/2026 ein.

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Bildquelle: © Christoph Malaval / Reimar Walthert

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Steckbrief
„Hopsa“ von Paul Burkhard an der Bühne Burgäschi – inszeniert von Melanie Gerig-Walthert
Los geht´s
…bei Tageslicht auf einer idyllischen Lichtung, auf der eine zweistöckige Bühne samt Showtreppen steht, bevölkert von jungen Schülerinnen und alten Cowboys, links überdacht unter einem Baum das Burgäschi Tanzorchester unter ihrem Chef Reimar Walthert.
Überzeugend
… wie Regisseurin Melanie Gerig-Walthert das Stück bearbeitet hat. Sie hat nicht nur das problematische Lied vom „Nigger Jim“ geschickt mit dem „Cowboy Jim“ entschärft, sondern auch sonst sinnvoll gekürzt und die Revue-Operette mit einem ironischen Schlussbild versehen, das Hopsa und ihren Bill als ländliches Traumpaar präsentiert: Er fährt mit Cowboy-Hut und Traktor vor, sie hochschwanger mit dem Kinderwagen und einem Kind an der Hand – ein schön satirischer Gegensatz zum vorherigen rosaroten Happy End mit tanzenden Flamingos, gespielt von einer vielseitigen Mädchentruppe, deren Mitglieder auch sonst für Stepptanz- und Show-Einlagen sorgen.

Bildquelle: BR KLASSIK Operetten-Boulevard
Verblüffend
… wie hier eine Liebhaberbühne trotz geringer Mittel professionell und mit viel Charme zu Werke geht – und die bescheidene Ausstattung durch Landschaft wettmacht, die am Ende violett ausgeleuchtet wird. Und was sonst auf dieser Bühne passiert, ist lebendig inszeniert, hat Tempo und Witz – nicht zuletzt dank der Besetzung. Besonders das Komiker-Quartett überzeugt: Fabienne Skarpetowski als strenge Lehrerin und Ballettmeisterin, Fabio di Giacomo als korrupter Bürgermeister, Peter Martin Bader als trotteliger Detektiv und Timothy Löw als gerissener Broadway-Regisseur. Und auch die drei Hauptrollen sind typgerecht besetzt: Samantha Herzog spielt die karrieresüchtige Gloria mit Ecken und Kanten und ansprechender Stimme, Musicalsänger Angelo Canonico ihren schüchternen Liebhaber Bill mit jungenhaftem Charme. Er muss erst eine Feuerleiter herunterfallen, um zu begreifen, dass er Mary Miller liebt, das vermeintliche Landei Hopsa. Und die lässt seinetwegen eine Broadway-Karriere sausen – ist sie doch sowohl Landei als auch Showgirl. Und dieser Spagat gelingt Patricia Zanella absolut hinreißend: Sie kann burschikos und glamourös sein, beherrscht auch stimmlich die nicht einfache Partie – vom Chanson bis zu den höchsten Operntönen.
Mitreissend
… wie das Burgäschi Tanzorchester dazu aufspielt, bringt es doch den passenden swingigen Sound mit – für diese Operette auf dem Weg zum Musical. Hopsa spielt nicht nur in Amerika, sondern klingt auch nach Amerika und Dirigent Reimar Walthert gelingt es, die musikalische Qualität von Burkhards Werk in vielen Instrumentaleffekten und Nebenstimmen hörbar zu machen. Man merkt, dass hier seit Jahren konsequent und mit viel stilistischen Gespür gearbeitet wird – und das dank eines konsequenten Programmkonzepts mit in der Schweiz uraufgeführten Operetten aus den 1930er Jahren.
Sei kein Frosch, küss ihn: Das Team vom BR KLASSIK Operettenboulevard ist begeistert und gratuliert der Bühne Burgäschi zu großem Operettenmut!
Inszenierung und Ausstattung: Melanie Gehrig Walthert
Musikalische Leitung: Reimar Walthert
Choreographie: Viviana Cali