Über das Thema Krieg und Frieden haben etwa 170 Kardinäle am Freitagabend debattiert.

Kardinäle beraten über Lage der Kirche weltweit

178 Kardinäle haben an diesem Freitag mit dem Papst über die Lage der Kirche in der Welt nachgedacht. Ein Statement des vatikanischen Presseamts nannte am Nachmittag eine breite …

Ihr Konsistorium, das am Freitagmorgen begann und am Samstagabend endet, findet hinter verschlossenen Türen im Vatikan statt. Papst Leo XIV. ist die meiste Zeit dabei. Statements aus dem vatikanischen Presseamt geben einen eher generischen Einblick in das Beratene.

Für den Freitagabend notiert das Vatikan-Statement eine „große Einigkeit“ unter den Kardinälen, dass es notwendig ist, sich für den Frieden und den Aufbau einer „Zivilisation der Liebe“ einzusetzen. Zahlreiche Gruppen betonten die Notwendigkeit, die Logik des „gerechten Krieges“ zu überwinden und stattdessen lieber vom Recht auf eine verhältnismäßige Verteidigung zu sprechen. Das Thema spielt auch in der ersten Enzyklika von Papst Leo, Magnifica humanitas, eine Rolle; sie wurde Ende Mai veröffentlicht.

Papst ermutigt Kardinäle zu Mitarbeit bei Leitung der Kirche

Leo XIV. hat die Kardinäle zur Mitarbeit bei der Leitung der Kirche ermuntert. Er äußerte sich an diesem Freitag zum Auftakt einer großen Kardinalversammlung im Vatikan, eines …


Das völlig vergessene Völkerrecht

Vor dem Austausch der Kardinäle über Krieg und Frieden wurde aber auch der Opfer der verheerenden Erdbeben in Venezuela gedacht. Der oberste Glaubenshüter des Heiligen Stuhls, Kardinal Victor Manuel Fernández, hielt ein Impulsreferat. Darin beklagte er, dass bei vielen kriegerischen Auseinandersetzungen, etwa in Gaza, auch Zivilisten über Gebühr in Mitleidenschaft gezogen würden. „Was ist noch übrig geblieben von den Kriterien, die die Kriege einzuschränken versuchten? Und denken wir auch an das völlig in Vergessenheit geratene humanitäre Völkerrecht. Wir befinden uns, wie die Enzyklika feststellt, in einem kulturellen Prozess der ‚Normalisierung des Krieges‘.“

Eine neue Sprache für die Kirche

Das gab den Ton vor für die Beratungen der Kardinäle. Dabei ging es laut Vatikan-Statement etwa „um die entmenschlichende Kraft der Kultur der Macht, um ihre Universalität, um die Versuchung, sich der Logik der Mächtigen anzupassen, Krieg und Polarisierung zu normalisieren, was zu einer Senkung der Toleranzschwelle gegenüber Gewalt und zu einer gefährlichen Vereinfachung bei der Suche nach Lösungen führt“. Demgegenüber müsse die Kirche eine Sprache finden, die den Menschen in den Mittelpunkt stelle und aus Zuhören, Vergebung, Versöhnung, restaurativer Gerechtigkeit und Gesten bestehe. Zugleich müsse die Kirche einig sein, um glaubwürdig nach außen für Frieden einzustehen.

Papst Leo XIV. eröffnet Konsistorium: Mission und Gemeinschaft

„Alle Themen, die wir behandeln werden – der Blick auf die Welt, der Friede, das Gemeinwohl, die Synodalität –, laufen in einer einzigen Frage zusammen: Wie können wir unseren …

In freien Redebeiträgen von Kardinälen ging es dann unter anderem um die Frage, wie das Kardinalskollegium Verantwortung für den Aufbau des Friedens übernehmen könne. Dabei wurde auf symbolische Gesten hingewiesen wie das von Johannes Paul II. 1986 in Assisi einberufene Gebetstreffen der Religionen für den Frieden. Am Ende der Sitzung, gegen 19:30 Uhr, leitete Papst Leo das Abschlussgebet.

(vatican news – sk)