Die Komikerin Hella von Sinnen (67) ist durch einen Unfall vom Alkohol losgekommen. Nach einem Sturz 2024 habe sie wochenlang im Krankenhaus gelegen und sei danach noch in der Reha gewesen, erzählte die 67-Jährige der „Münchner Abendzeitung“ vom Mittwoch. In dieser Zeit habe sie keinen Alkohol getrunken. „Als ich anschließend wieder hier in Köln war und der Kühlschrank voller Bier stand, hatte ich plötzlich keine Lust mehr zu trinken.“

Es habe sich dann die kuriose Situation ergeben, dass sich ihre Managerin ein Bier herausgenommen habe, das abgelaufen gewesen sei, ergänzte die Moderatorin. „Das hatte es in 50 Jahren noch nicht gegeben, dass ich ein Bier im Kühlschrank hatte, das abgelaufen war.“ Von Sinnen fügte hinzu: „Denn ich habe wirklich mein Leben lang gedacht, ich sei süchtig.“

Dabei sei sie bei der Arbeit immer nüchtern gewesen, betonte die Komikerin. „Privat haben wir allerdings sehr viel getrunken. Wir waren Schauspieler, wir waren Künstler, wir haben die Nächte durchgemacht und gesoffen. Es war eine herrliche Zeit, die ich nicht missen möchte. Jetzt ist die Zeit eben nüchterner.“ Sie habe festgestellt, dass sie auch ohne Alkohol Spaß haben könne.

„Cannabis-Debatte teils heuchlerisch“

Von Sinnen erklärte außerdem, Alkohol werde in der Gesellschaft verharmlost. „Ich habe schon immer gesagt, dass wir in einem Land von Alkoholikern leben. Deshalb fand ich auch die Debatte um die Freigabe von Cannabis teilweise sehr heuchlerisch.“ Darum habe man ein großes Theater gemacht, zugleich sei Alkohol weitgehend akzeptiert. Über Alkohol müsse es mehr Aufklärungskampagnen geben, forderte von Sinnen.

Zum Thema Humor sagte die Entertainerin, sie glaube nicht, dass er sich verändert habe. „Die Menschen haben immer über Dinge gelacht, die lustig oder witzig waren. Verändert hat sich vor allem, dass viele heute nicht mehr so angetan sind von frauenfeindlichen, sexistischen oder auch rassistischen Witzen.“

Sie sei eine Freundin des Genderns, bekannte von Sinnen. „Ich mag das Sternchen und wäre dankbar, wenn mehr Menschen das berücksichtigen würden. Ich bin Feministin und der Meinung, dass Sprache eine große Macht hat.“ Die Gleichberechtigung von Frauen könne nicht intensiv genug vorangetrieben werden.