Lionel Messi gibt Anweisungen

Stand: 28.06.2026 • 16:27 Uhr

Argentinien steht quasi schon im Halbfinale der WM, hört man mit Blick auf die anstehende K.o.-Phase häufig. Kein Team habe einen leichteren Weg dorthin, heißt es. Stimmt das?

„Wie einfach hat es denn bitte Argentinien?“ – „Argentinien können wir doch direkt ins Halbfinale schicken.“ – „Die leichteste Turnierhälfte hat Argentinien.“

Kommentare wie diese sind in den sozialen Netzwerken (und vermutlich auch an Stammtischen in Fußball-Kneipen) reichlich zu vernehmen. Der argentinischen Nationalmannschaft wird prophezeit, quasi mühelos in die Runde der besten vier zu spazieren. Und zwar nicht nur, weil sich ihr versiertester „Spaziergänger“ Lionel Messi in bestechender Form präsentiert, sondern vor allem, weil es der vielzitierte Turnierbaum besonders gut mit „La Albiceleste“ meint.

Kap Verde im Sechzehntelfinale

Fest steht: Im Sechzehntelfinale treffen die Südamerikaner auf Kap Verde, 67. in der FIFA-Weltrangliste (Stand: 11. Juni) und damit 66 Plätze hinter den führenden Argentiniern einsortiert. Dass der Inselstaat Europameister Spanien ein 0:0 abringen konnte und Uruguay in der Gruppe H hinter sich ließ, taugt nicht, um Messi und Co. ernsthaft Sorgen zu bereiten. Der Weg der Argentinier ins Achtelfinale ist also tatsächlich vorgezeichnet.

Australien oder Ägypten im Achtelfinale

Dort heißt der Gegner Australien oder Äqypten, also der 27. der besagten Weltrangliste oder der 29. Die Ägypter sind euphorisch, schließlich sind sie ungeschlagen durch die Gruppenphase gekommen und erstmals in die K.o.-Phase einer WM eingezogen. Überhaupt hat das Land nach 92 Jahren seinen ersten Sieg bei einer WM gefeiert.

Durch das 3:1 gegen Neuseeland hatte das lange Warten für die Afrikaner, die 1934 zum ersten Mal dabei waren, ein Ende. Die Begeisterung bei den Ägyptern ist also groß, die fußballerische Qualität aber abgesehen von den Offensivstars Mohamed Salah und Omar Marmoush beschränkt. Reicht das, um Argentiniens starke Defensive zu überwinden? Und wer soll Enzo Fernandes und vor allem Messi stoppen? Darauf dürfte auch der andere mögliche Achtelfinal-Gegner Australien keine Antwort finden.

Kolumbien als möglicher Viertelfinal-Gegner

Und die Schweiz (19.), Kolumbien (13.), Algerien (28.) oder Ghana (73.)? Bei den Eidgenossen hängt viel von Johan Manzambi ab. Er war an vier der sieben Tore bei dieser WM beteiligt. Gefährlicher aber sind die Kolumbianer, die nicht nur leidenschaftlich, sondern technisch hochwertig Fußball spielen. Kolumbien hat brillante Einzelkönner wie Luis Diaz, agiert aber als Gemeinschaft. Das Team hat im letzten Gruppenspiel gegen Portugal bewiesen, dass es mit den „Großen“ nicht nur mithalten kann. Die Kolumbianer gaben beim 0:0 doppelt so viele Torschüsse ab wie Portugal. Messi und Co. sind gewarnt.

Nur Argentinien trifft erstmal nicht auf die Top Ten

Zurück zur Weltrangliste: Nach Argentinien reihen sich dort Spanien, Frankreich, England, Portugal, Brasilien, Marokko, die Niederlande, Belgien und Deutschland ein. Auf sie alle wird Argentinien vorerst nicht treffen. Die „Albiceleste“ bekommt es frühestens im Halbfinale mit einem Top-Ten-Team zu tun – anders als die anderen Favoriten, Mitfavoriten oder zumindest Geheimfavoriten.

Deutschland könnte schon im Achtelfinale auf die Franzosen treffen, die Spanier auf Portugal und dann auf Belgien. Die Niederlande und Marokko stehen sich im Sechzehntelfinale gegenüber. Brasilien (5.) bekommt es erst mit den starken Japanern (18.) und spätestens im Viertelfinale mit England (4.) oder Gastgeber Mexiko (14.) zu tun.

Argentinien hat also auf dem Papier den einfachsten Weg – aber ein möglicher Viertelfinal-Gegner Kolumbien verspricht ein hitziges Duell. Und keineswegs einen Spaziergang.