Der erst am Samstag aufgestellte Temperaturhöchstwert für Deutschland von 41,5 Grad ist schon wieder Geschichte. Am heutigen Sonntag gegen 16 Uhr wurden im Ortsteil Coschen der Gemeinde Neißemünde im Osten Brandenburgs 41,7 Grad gemessen. Dies teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Angaben mit. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 war es in Deutschland noch nie heißer.
Im Laufe der aktuellen Hitzewelle ist es in Deutschland seit Freitag bereits der dritte neue Höchstwert. Nach
vorläufigen Angaben war am Freitag in Saarbrücken-Burbach mit 41,3 Grad die bis dahin
höchste Temperatur gemessen worden. Am Samstag wurden an
derselben Station um 15 Uhr 41,4 Grad gemessen. Den nächsten Rekord
registrierte der DWD ebenfalls am Samstag um 16.20 Uhr mit 41,5
Grad in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt.
Die folgende Nacht war nach DWD-Angaben zudem mit Abstand die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen: Im
ostsächsischen Kubschütz sank die Nachttemperatur nicht unter 29,4 Grad. Damit wurde der alte Rekord für die wärmste Nacht von 27,2 Grad am 13.
August 2003 am Berg Weinbiet in Rheinland-Pfalz um mehr als zwei Grad
übertroffen.
Abkühlung kommt
Der vorherige Hitzerekord für Deutschland hatte
sieben Jahre gehalten und bei 41,2 Grad Celsius gelegen. Er wurde am
25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen gemessen.
© Lea Dohle
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Die Hitzewelle sollte sich im Laufe des
Sonntags weiter nach Osten verschieben. Der DWD kündigte teils schwere Unwetter
an. Im Tagesverlauf seien vor allem im Osten, vereinzelt aber auch im
Westen und im Süden schwere Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel
möglich.
Für die Nacht zum Montag kündigte der DWD vor allem aus
Westen und Südwesten über die Mitte hinweg bis in den Osten und
Nordosten ziehende, teils schwere Gewitter an. Für den Montag sind niedrigere Temperaturen angesagt, bei Höchstwerten zwischen 25 und 29
Grad, lokal im Osten und Südosten bis 32 Grad.
Verkehr leidet unter Hitze
Wegen der Hitze rieten die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnunternehmen am Wochenende von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. Am Samstagabend blieben mehr als 600 Passagiere ohne Klimaanlage in einem Zug in der Prignitz in Brandenburg sitzen, weil ein Baum bei einem Sturm auf eine Oberleitung gefallen war. Drei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus.
Auch im Straßenverkehr gibt es Hitzeschäden. Nach einer Liste des ADAC waren am Wochenende etliche Autobahnen in vielen Bundesländern von Sperrungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen betroffen. Vielerorts wölbte sich die Fahrbahn auf, weil sich Beton durch die Hitze ausdehnte.
Extreme Wetterlagen wie die momentane sind wegen des Klimawandels in Deutschland und Europa häufiger geworden und dürften weiter zunehmen. Zahlen des DWD belegen, dass die durchschnittliche Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad in Deutschland zugenommen hat.
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