Mit dem kommenden Reboot der „Resident Evil“-Filmreihe bricht Regisseur Zach Cregger mit etlichen Traditionen und verfolgt obendrein eine ziemlich ungewöhnliche Vision, die er jetzt in einem aktuellen Interview etwas näher erläuterte.

Die Filmumsetzungen von „Resident Evil“ haben seit jeher einen schweren Stand: An den Kinokassen waren die Werke von Paul W.S. Anderson zwar große finanzielle Erfolge, doch bei den Fans der Vorlage kamen sie alles andere als gut an. Mit „Welcome to Raccoon City“ scheiterte vor einigen Jahren dann auch der versuchte Neustart krachend.

Jetzt wagt Zach Cregger einen neuen Anlauf – und die Hoffnung ist riesig. Schließlich gilt er aktuell als der wohl angesagteste Horror-Regisseur Hollywoods. Doch bereits der erste Trailer zum neuen „Resident Evil“-Film spaltete die Community.

Kein Wunder: Cregger verfolgt nämlich alles andere als eine typische Vision, wie er jetzt selbst erklärte. Vielmehr sei es sein Ziel, die Essenz der Capcom-Spiele auf eine ganz neue Art und Weise einzufangen.

Ein Wunschprojekt des Regisseurs: „Zufällig ein Resident Evil-Film“

Die erste Besonderheit: Während viele Regisseure von großen Filmstudios für etablierte Marken eingekauft werden, war es bei „Resident Evil“ genau umgekehrt. Nach seinen Horror-Erfolgen „Barbarian“ und „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“ stand Cregger Hollywood offen – doch er wollte unbedingt in die Welt von Capcoms Kult-Reihe eintauchen.

„Sie waren so freundlich, mir zuzuhören und mich einfach machen zu lassen. Es ist wirklich ein Zach Cregger-Film, der zufällig auch ein Resident Evil-Film ist“, erklärte der Regisseur jetzt in einem aktuellen Interview mit dem Magazin Empire.

Resident Evil Requiem: Drei blutverschmierte, zombieartige Mediziner in einem dunklen Krankenhausflur, die bedrohlich auf den Betrachter zukommen.Resident Evil Requiem: Drei blutverschmierte, zombieartige Mediziner in einem dunklen Krankenhausflur, die bedrohlich auf den Betrachter zukommen.

Und da Cregger selbst ein bekennender Fan der Vorlage ist, gehe es ihm nicht darum, einfach eine bekannte Story aus den Spielen nachzuerzählen. „Ich werde Leons Geschichte nicht erzählen, weil Leons Geschichte bereits in den Spielen erzählt wird“, machte er bereits an anderer Stelle deutlich. Vielmehr gehe es darum, das Gefühl zu transportieren, das man beim Spielen der Reihe durchmachen – die ständige Anspannung und Hilflosigkeit.

Der Hauptcharakter: Ein „Idiot“ statt eines Actionhelden

Um dieses Gefühl perfekt auf die Leinwand zu bringen, bricht Cregger bewusst mit dem Klischee des unbesiegbaren Action-Stars. Hauptfigur Bryan, gespielt von Austin Abrams („Euphoria“), ist nämlich kein S.T.A.R.S.-Agent, sondern ein einfacher medizinischer Kurier.

Passend dazu wählte Cregger einen skurrilen, aber treffenden Vergleich: „Das Konzept hier ist, dass wir einem Idioten folgen. Nicht, dass er dumm wäre, aber er ist nicht der typische Spiele-Charakter. Er hat keinerlei Kampferfahrung und ist völlig unfähig, was das Überleben angeht.“

„Bryan ist im Grunde ein Jedermann, dem zufällig diese Art von heiliger Mission aufgebürdet wird, die ihn mitten in das Epizentrum des Ganzen führt. Es ist ein bisschen wie Frodo, der nach Mordor geht“, so der Regisseur weiter.

Das Pacing: Ein einziger, gigantischer Spießrutenlauf – wie in den Spielen

Wer die bisherigen Werke von Cregger kennt, weiß außerdem, dass er ein Meister von unerwarteten Wendungen und Perspektivenwechseln ist. Doch für „Resident Evil“ wirft er diese Struktur über Bord. Stattdessen erwartet Fans eine geradlinige, unerbittliche Horror-Achterbahnfahrt, die sich am Leveldesign der Spiele orientieren soll.

Dazu erklärte Cregger: „Es fühlt sich an wie eine einzige, gigantische Sequenz. Nach etwa fünf Minuten bricht das Chaos aus, und so bleibt es im Grunde bis zum Ende. Was ich an den Spielen liebe, ist, dass man sich von Set-Piece zu Set-Piece bewegt. Jeder Ort bietet eine einzigartige Herausforderung. Ich leihe mir diesen Rhythmus also direkt von den Spielen: Man rennt im Grunde durch einen Spießrutenlauf.“

Bis sich Fans selbst ein Urteil über Creggers Vision machen können, dauert es derweil nicht mehr lang: „Resident Evil“ wird hierzulande am 17. September 2026 in den Kinos starten. 

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