Für den Herbst hat das Kunsthaus Minsk eine große Retrospektive der Ostberliner Künstlerin Annemirl Bauer (1939-1989) unter dem Titel „Annemirl Bauer. Bruch ist in der Welt“ angekündigt: Vom 5. September bis zum 7. Februar werden die Arbeiten der Malerin, Grafikerin und DDR-Regimekritikerin dort ausgestellt.
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Präsentiert werde eine „kritische und unabhängige Stimme aus der DDR und eine Künstlerin, der die kunsthistorische Wahrnehmung lange verwehrt blieb“, heißt es in der Ankündigung. In vier Kapiteln zeigt das Kunsthaus rund 150 Gemälde, Zeichnungen, Collagen und Objekte aus Bauers Werk, das von Ende der 1950er-Jahre bis zu ihrem frühen Tod 1989 entstanden ist.
Darin thematisierte sie Rollenbilder und Geschlechterverhältnisse innerhalb patriarchaler Machtstrukturen, Selbstermächtigung, Zwischenmenschlichkeit, Menschenrechte, Umweltzerstörung, die Mauer, restriktive Grenzpolitik und staatliche Unterdrückung.
„Emma gewidmet“ von Annemirl Bauer aus dem Jahr 1979.
© Annemirl Bauer Archiv, VG Bild-Kunst, Bonn 2025
Marie Gerbaulet kuratiert die Einzelausstellung mit Luisa Bachmann als kuratorischer Assistentin und in enger Zusammenarbeit mit Amrei Bauer, Nachlassverwalterin und Gründerin des Brandenburger Annemirl-Bauer-Hauses. Darin sollen Bauers „Kreativität, Neugier und Scharfsinnigkeit, sowie ihr Glauben an die unbedingte Notwendigkeit des künstlerischen Schaffens“ gespiegelt werden.
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Die Künstlerin habe in Tagebuchaufzeichnungen wie in zahlreichen Werken sowohl Privates als auch Politisches festgehalten, schreibt das Minsk. Sie habe unablässig dokumentiert, was sie sah und was sie beschäftigte. Ihre Werke seien Zeugnisse ihres Selbstverständnisses als Malerin und kompromisslose Beobachterin, die sich fortwährend für soziale Gerechtigkeit einsetzte und gegen die Repressionen der SED-Politik aufbegehrte.