Nach vier Jahren wird definitiv wieder ein oberösterreichischer Klub im UNIQA-ÖFB-Cup-Finale stehen. Wer es sein wird, entscheidet sich heute Abend (20:30 Uhr, Ligaportal-LIVETICKER) in der BWT Oberösterreichische Arena im ewig jungen Duell zwischen den Bundesligisten SV Oberbank Ried und LASK. Das Verhältnis beider Klubs ist seit geraumer Zeit alles andere als herzlich. Daher ist im OÖ-Halbfinal-Kracher nicht nur sportliche Spannung garantiert – auch die emotionale Komponente spielt eine gewichtige Rolle.

Vor dem Tor von SV Ried-Keeper und -Kapitän Andreas Leitner dürfte ob der Offensiv-Power des LASK heute Abend wieder viel Betrieb sein. Womöglich treffen beide OÖ-Klubs in dieser Saison das letzte Mal aufeinander, trennen sich nach dem Grunddurchgang die Wege. Wobei Leitner & Co. noch eine Meistergruppe-Minimalchance am kommenden Sonntag haben. Im Heimspiel gegen die Wiener Austria. Doch zuvor kommen erstmal die Linzer Athletiker, gegen die das Senft-Team in 2025/26 in der Bundesliga unbesiegt blieb – nach dem 3:1-Auswärtssieg im Herbst in Linz und dem 1:1 vor wenigen Wochen in Ried.
Zwischen Stichelei und sportlichem Fokus
Zwar trennen Ried und Linz lediglich rund 80 Kilometer, doch gefühlt liegen die Welten zwischen den beiden Traditionsvereinen deutlich weiter auseinander. Vor dem abendlichen Duell an diesem 4. März 2026 ist von Einigkeit jedenfalls wenig zu spüren. Vielmehr hat sich das ohnehin traditionsreiche OÖ-Duell zuletzt weiter aufgeheizt.
Für zusätzliche Diskussionen sorgte jüngst ein Video von SV Ried-Präsident Thomas Gahleitner, in dem er demonstrativ einen brennenden Schal des Rivalen in die Kamera hielt. Am vergangenen Freitag ordnete der Klub-Boss die Szene als Teil einer besonderen Derby-Atmosphäre ein – siehe Beitrag.
Sportlich betrachtet kommt der LASK mit breiter Brust nach Ried, blieb auswärts seit der Rückkehr von Cheftrainer Dietmar Kühbauer Anfang Oktober in acht Spielen (inkl. ÖFB-Cup) unbesiegt (5S, 3U) und kassierte gesamt in 14 Pflichtpartien (10S, 3U, 1N) unter dem 54-jährigen Burgenländer überhaupt nur eine Niederlage. Die fiel allerdings mit 1:5 daheim am 22. Februar gegen Bundesliga-Spitzenreiter FC Red Bull Salzburg deftig aus.
Doch das ist abgehakt. Kühbauer richtet seinen Fokus nun klar auf die bevorstehende Aufgabe im ÖFB-Cup-Halbfinale und betont die Schwierigkeit des Unterfangens. Bereits vor zwei Wochen habe sich gezeigt, wie viel es in Ried brauche, um erfolgreich zu sein – der Einzug ins Finale, das Kühbauer vor einem Jahr mit dem WAC erreichte und auch gewann (1:0 vs. TSV Hartberg), werde entsprechend hart erkämpft werden müssen, ließ der erfahrene Coach durchblicken.

Wie vor vier Jahren: Pomer peilt wieder Finaleinzug mit SV Ried an
Auf Seiten der Innviertler setzt man vor allem auf defensive Stabilität gegen die offensive Qualität der Linzer, in der unter anderem der 19-fache ÖFB-Teamstürmer Saša Kalajdžić eine zentrale Rolle einnimmt. Der Langzeit-Rieder Philipp Pomer zeigte sich überzeugt, dass man im jüngsten Heimspiel bewiesen habe, dem LASK gefährlich werden zu können. Der 28-jährige Wiener weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, im ÖFB-Cup-Endspiel zu stehen – 2022 war er beim verlorenen Finale gegen RB Salzburg Teil der Rieder Mannschaft.
SVR-Trainer Maximilian Senft sieht die Rollen vor dem Halbfinale klar verteilt. Seine Elf gehe als Außenseiter in die Begegnung und nehme diese Position bewusst an. Historisch betrachtet kann Ried im Cup auf beachtliche Erfolge verweisen: 1998 erreichte man das Finale, 2011 sicherte man sich den Titel. Der bislang einzige ÖFB-Cup-Triumph des LASK datiert aus dem Jahr 1965 – jenem Jahr, in dem die Linzer auch das Double holten und ihren bisher einzigen Meistertitel errangen..
Alles ist angerichtet für eine packende Prestigepartie. Ein OÖ-Duell, das seinem Ruf gerecht werden dürfte – mit Leidenschaft, Reibungspunkten und der Aussicht auf einen Finaleinzug eines österreichischen Klubs. Bereits vor dem Ankick ab 20:30 Uhr werden beide wissen, wer dann bereits im Finale stehe, da das Match zwischen dem FC Red Bull Salzburg gegen Außenseiter SCR Altach (18:00 Uhr, Ligaportal-LIVETICKER) bereits zuvor ausgetragen wird.
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Fotocredit: Schröckelsberger