Szene aus "Jeunes Mères - Junge Mütter": Eine junge Frau macht ein Selfie mit einer zweiten, etwas älteren Frau, die ein Baby im Arm hält.

AUDIO: Filmtipp: „Jeunes Mères – Junge Mütter“ (3 Min)

Stand: 03.03.2026 16:48 Uhr

In ihrem neuen Film „Jeunes Mères“ begleiten die Dardenne-Brüder junge Mütter in einem speziellen Heim, zeigen ihre Zweifel, Entscheidungen und Traumata – ganz nah dran, ohne Urteil, aber mit großer emotionaler Wucht.

von Anna Wollner

Jessica, Perla, Julie, Naïma und Ariane – das sind die Namen der fünf Protagonistinnen in „Jeunes Mères – Junge Mütter“. Sie könnten auch alle anders heißen. Sie kennen sich bisher nicht, haben nichts gemein. Bis auf eine Sache: Sie sind gerade Mutter geworden, beziehungsweise die Geburt steht kurz bevor. Und sie wohnen alle in einem Heim im belgischen Lüttich, das speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist, um sie auf ihre neue Rolle als Mutter vorzubereiten. Es sind Unsicherheiten am Ende der Schwangerschaft, Beziehungsprobleme oder grundlegende Entscheidungen, die die fünf minderjährigen Mädchen treffen müssen. Entscheidungen, die schon einmal über sie selbst getroffen worden sind, die sich jetzt wiederholen könnten.

Video:
Trailer zum Film: „Jeunes Mères – Junge Mütter“ (2 Min)

Wenn Vergangenheit nachwirkt: Traumata, Armut und fehlende Unterstützung

Zum ersten Mal in ihrer 14 Filme umspannenden Karriere haben Jean-Pierre und Luc Dardenne einen Ensemblefilm gedreht. Einen Film über fünf junge Mütter, deren Leben kaum miteinander verwoben sind. Die Geschichten verlaufen parallel, lassen sich von den unterschiedlichen Lebensbahnen der Protagonistinnen und ihrer Kinder leiten. Alleinerziehend, ohne elterliche Unterstützung, auf Sozialhilfe angewiesen, mit unaufgearbeiteten Traumata aus der eigenen Kindheit.

Prämiertes Drehbuch und überzeugende Darstellerinnen

Durch den genauen Blick und das wohl formulierte Drehbuch, für das es in Cannes die Goldene Palme gab, wirkt „Jeunes Mères“ fast schon dokumentarisch. Dabei werden die jungen Mütter berührend gespielt von Nachwuchsschauspielerinnen, die zum Teil das erste Mal vor einer Kamera standen und ihren Figuren eine emotionale Tiefe verleihen.

Die Dardenne-Brüder beurteilen oder verurteilen ihre Protagonistinnen nicht – sie beobachten und verzichten auf dramatische Überhöhungen oder Zuspitzungen. Hier passiert einfach nur das Leben – und da liegen das größte Glück und der größte Schmerz manchmal direkt nebeneinander.

Szene aus "Jeunes Mères - Junge Mütter": Eine junge Frau macht ein Selfie mit einer zweiten, etwas älteren Frau, die ein Baby im Arm hält.

Jeunes Mères – Junge Mütter

Genre:
Drama

Produktionsjahr:
2025

Produktionsland:
Belgien, Frankreich

Zusatzinfo:
mit Babette Verbeek, Elsa Houben, Janaïna Halloy Fokan und anderen

Regie:
Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne

Länge:
104 Minuten

Altersempfehlung:
ab 12 Jahren

Kinostart:
5. März 2026