„Tugenden sind verloren gegangen“

Michael Ballack rechnet mit DFB-Team ab

Aktualisiert am 02.07.2026 – 03:49 UhrLesedauer: 2 Min.

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Michael Ballack: Er bestritt 98 Länderspiele für Deutschland, erzielte 42 Tore und wurde 2002 Vizeweltmeister. (Quelle: IMAGO/Michael Weber IMAGEPOWER/imago)

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Michael Ballack, der einstige Kapitän der deutschen Mannschaft, vermisst die Resilienz der aktuellen Spielergeneration. Toni Kroos, Weltmeister von Rio, hingegen die Weltklassespieler.

Toni Kroos vermisst Qualität, Michael Ballack die „deutschen Tugenden“: Die einstigen Nationalmannschaftsgrößen haben sich nach der abermaligen WM-Blamage in die immer breitere Phalanx der Kritiker eingereiht.

Ballack vermisst Grundsätzliches. „Unsere Tugenden, die Deutschland immer ausgezeichnet haben, sind ein bisschen verloren gegangen“, klagte der einstige DFB-Kapitän. Die DFB-Elf sei „nicht mehr in der Lage, auch schwierige Situationen“ zu meistern. „Wir fangen gut an, haben zehn, 20 gute Minuten, schießen vielleicht auch das Tor. Aber mit der ersten Aktion, wo wir vielleicht ein Tor kassieren oder einen Fehler machen, bricht das Kartenhäuschen zusammen – und da fragst du dich: warum?“

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Die Erklärung führe „nicht unbedingt“ zum Trainer, „sondern vor allem“ zu den Spielern. „Ein Trainer ist unheimlich wichtig in so einem Gebilde, aber die Spieler regeln auch ziemlich viel selbst auf dem Platz – oder müssen das. Diese Selbstverantwortung muss und sollte einfach da sein“, sagte Ballack: „Und wenn die Jungs sich in die Augen gucken, dann weißt du, auf wen du dich verlassen kannst, beziehungsweise welche Knöpfe du drücken musst.“

Kroos: „Keinen einzigen Weltklassespieler“

„Wir haben aktuell keinen einzigen Weltklassespieler“, sagte Kroos in seiner Sendung „Kroos & Kroos: die WM unter der Lupe“ bei TikTok. „Wir haben Spieler mit Weltklasse-Potenzial“, ergänzte Kroos, Weltmeister von 2014, „das heißt aber noch lange nicht, dass sie Weltklasse sind. Die Weltklassespieler entscheiden gerade die ganzen WM-Spiele. Und die stehen da in der Torschützenliste, wo die Weltklassespieler eben stehen. Da haben wir keinen einzigen, da müssen wir auch ehrlich sein.“

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Zu seiner Zeit habe Kroos bei den erfolgreichen Turnieren „immer das Gefühl“ gehabt, „du kannst einen Gang hochschalten“. Dazu sei die Mannschaft aktuell „nicht mehr in der Lage“. Warum das so sei? Aus Unsicherheit oder Selbstüberschätzung, glaubt Kroos. „Wir glauben, dass wir besser sind als Paraguay – wir werden schon irgendwie gewinnen.“