Die Fleischgeschäfte verlaufen schwierig, berichten die Schlachter. So schreibt Dr. Robert Emmerhaus im Tönnies Agrarblog: „Die Nachfrage entwickelt sich weiter verhalten und wird aktuell zusätzlich durch die sehr warme Witterung gebremst.“ Der Beginn der Sommerferien und der Urlaubszeit begrenzt die Nachfrage zusätzlich. 

Der europäische Markt bleibt überversorgt. Insbesondere durch den ASP-Ausbruch in Spanien und die damit verbundenen Exportbeschränkungen in wichtige asiatische Drittstaaten fließt mehr spanisches Fleisch in den EU-Markt. Die Exportmöglichkeiten bleiben eingeschränkt. Vorerst ist keine Entlastung in Sicht, sagen Marktbeobachter. 

Deshalb hatten einzelne Schlachter im Vorfeld der Notierung mit Verweis auf die schwachen Fleischgeschäfte erneut Preisrückgänge gefordert, sich aber nicht durchsetzen können. 

Für Schweinehalter bleibt die Lage katastrophal. Bei einem Schweinepreis von 1,5 Euro/kg SG machen viele Mäster Verluste, betonte zuletzt die ISN. Und eine baldige Erholung ist nicht in Sicht. 

Die Marktexperten der Landwirtschaftskammer in Schleswig-Holstein bringen die Situation auf den Punkt: „Zwar hat sich dieses ruinöse Preisniveau derzeit stabilisiert, solange sich das Überangebot auf dem europäischen Fleischmarkt aber nicht verringert, sind Preiserhöhungen nicht in Sicht.“