02.07.2026, 09:03
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(APA)/Beitragsbild: Imago
Für Senegals Fußballer war es der zweite grausame Moment in diesem Jahr, für Belgien hingegen eine Wohltat. Der 3:2-Last-Minute-Sieg im „Nachsitzen“ des WM-Sechzehntelfinales in Seattle ersparte den Roten Teufeln eine weitere Blamage und rettete Coach Rudi Garcia wohl den Job. „In der Verlängerung ist es ehrlicherweise wie bei zwei Boxern“, sagte der erleichterte Franzose nach dem erst zweiten gewonnenen K.o.-Spiel bei einer Endrunde seit 2018.
Nun darf Belgien sogar wieder darauf hoffen, wie 2014 und 2018 ins Viertelfinale vorzudringen. Im Achtelfinale geht es am Dienstag (2.00 Uhr MESZ) gegen Gastgeber USA, die Partie steigt erneut in Seattle. „Wir haben Charakter gezeigt“, sagte Romelu Lukaku, Torschütze zum 1:0. Der Routinier leitete beim Stand von 0:2 mit seinem 92. Länderspieltor denkbar spät (86.) die Wende ein. Youri Tielemans (86.) schoss Belgien schließlich in die Verlängerung und machte dort im Finish vom Elfmeterpunkt alles klar (125.).
Der Elfer war umstritten, wieder und wieder schaute sich Schiri Hector Martinez aus Uruguay das Foul an Lamine Camara von – und entschied schließlich auf Strafstoß. Senegal musste sich gefühlt haben wie im Jänner in Rabat, als Marokko im Finale des Afrika Cups ebenfalls spät einen Elfmeter zugesprochen bekam. Damals verließ das Team geschlossen den Platz, um später zurückzukommen und die Partie sportlich zu gewinnen. Der Erfolg wurde ihnen im Nachhinein aberkannt.
Senegal-Coach: „Grausamer Sport“
„Wir müssen uns selbst die Schuld geben, keinem anderen“, gestand Torschütze Habib Diarra. Zuvor hatten seine Teamkollegen noch massiv mit ihrem Schicksal gehadert und beim Unparteiischen protestiert. Trainer Pape Thiaw sprach von „grausamem Sport“: „Ich denke, unser Team hätte es verdient gehabt. Ich bin extrem traurig – genau wie die Spieler“, betonte der 45-Jährige, übte aber auch Kritik. „Ein Fußballspiel dauert nicht nur 85 Minuten. Belgien ist zurückgekommen, und wir waren nicht in der Lage, damit umzugehen.“
Ganz anders Garcia, der mit den Einwechslungen von Lukaku und Tielemans ein Goldhändchen hatte. Der 62-Jährige konnte dem Krimi auch Positives abgewinnen. „So eine Situation kann die Mannschaft noch stärker machen und enger zusammenschweißen. Sie zeigt, dass bis zum Ende eines Spiels, bis zum Schlusspfiff, noch vieles passieren kann – genau das haben wir heute bewiesen.“
