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Zum Schluss flogen die Fetzen! Eine knappe halbe Stunde beharkte sich Partei-Gründerin Sahra Wagenknecht (56, BSW) bei Sandra Maischberger (59) mit Ex-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai (49, FDP), dann brannte ihr die Sicherung durch. Auslöser der finalen Eskalation war ein heftiger Wortwechsel über Irans Atombombe.

Wagenknechts scharfer Vorwurf: „Es wird seit 30 Jahren erklärt, der Iran sei kurz davor, eine zu bauen, aber er baut sie nicht, weil er überhaupt nicht so weit ist.“ – Djir-Sarais harter Konter: „Ich weiß nicht, warum Sie dieses Regime so verteidigen. Das sind doch Fakten!“ – Wagenknecht wütend: „Also jetzt hören Sie auf, mir anzudichten, dass ich dieses verbrecherische Regime verteidige! Das ist jetzt wirklich das Allerletzte!“ – Djir-Sarai ungerührt: „Aber Sie können doch nicht völlig faktenfrei hier diskutieren!“ – Wagenknecht noch zorniger: „Ich bin dagegen, dass man uns weismacht, dass diese furchtbaren Bomben irgendetwas damit zu tun haben, dass man dort Demokratie und Freiheit befördern will!“

Zwischen Sahra Wagenknecht (BSW) und FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai kam es zu einem heftigen Wortgefecht

Zwischen Sahra Wagenknecht (BSW) und FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai kam es zu einem heftigen Wortgefecht

Foto: WDR

Märtyrer-These sorgt für neuen Zündstoff

Wagenknechts nächste Attacke: „Man hat jetzt diesen Chamenei umgebracht. Gut, man kann sagen, das ist ein schlimmer Finger gewesen. Aber dieser Mann war nicht nur ein staatlicher Führer, er war auch ein religiöses Oberhaupt. Und ob die Schiiten weltweit, deren Oberhaupt er war, ihn so einschätzen, wie wir ihn einschätzen, würde ich bezweifeln. Das heißt, wir haben diesen Mann, der 86 Jahre alt war, der krebskrank war, der sowieso nicht mehr lange leben würde, zum Märtyrer gemacht. Wenn so ein Märtyrer ins Schaufenster gestellt wird, dann motiviert das Menschen, Terroristen zu werden!“

Widerspruch! Djir-Sarai: „Die Schiiten auf der Welt haben niemals seine Rolle als Führer anerkannt.“ – Wagenknecht trotzdem unbeirrt: „Die Gefahr ist wirklich groß, dass wir jetzt Terroranschläge und vieles andere erleben. Und wenn Trump sich jetzt zynisch hinstellt und sagt, jetzt bleibt alle erst mal zu Hause, wir werfen Bomben, aber dann stürzt ihr bitte das System, ich habe damit nichts zu tun, aber ich wünsche euch viel Glück dabei, dann ist das wirklich dreist, und so rücksichtslos gegenüber den Menschen, und so heuchlerisch!“

Wagenknecht: „Ich finde wirklich schlimm, wie sich Merz benimmt.“

Wagenknecht: „Ich finde wirklich schlimm, wie sich Merz benimmt.“

Foto: WDR

Attacke gegen Merz und den „Werte-Westen“

Ebenso erbost wetterte die Politikerin über den Besuch des Bundeskanzlers im Weißen Haus: „Ich finde wirklich schlimm, wie sich Merz benimmt. Er hat sich vor Donald Trump in den Staub geworfen. Und er hat gezeigt, dass alles, was sie uns vier Jahre über den Ukrainekrieg erzählt haben, eine riesengroße Heuchelei war. Das war ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg! Diese Doppelstandards, das ruiniert unser Ansehen in der ganzen Welt!“

Wagenknecht zum Schluss über die Angriffe auf die Mullahs: „Die Frage ist, ob Solidarisieren heißt, dass wir Bomben werfen. Dass wir die Menschen umbringen. Das ist keine Solidarität. Wir diskreditieren unsere Werte. Wenn der Werte-Westen Krieg führt, ist das Völkerrecht plötzlich irrelevant.“