David Raya vom englischen Meister FC Arsenal? Joan Garcia vom spanischen Meister FC Barcelona? Nein, Luis de la Fuente setzt im Tor entgegen aller Ratschläge diverser Experten und entgegen des Wunsches der meisten Fans konsequent auf Unai Simon von Athletic Bilbao. Vor dem Turnier wurde Simon als Spaniens vermeintlicher Schwachpunkt ausgemacht, nun stellte er mal eben einen WM-Rekord auf.

Nach dem 3:0-Sieg gegen Österreich ist Simon seit 519 WM-Minuten ohne Gegentor. Damit überbot Simon den bisherigen Bestwert der italienischen Torhüter-Ikone Gianluca Zenga, der bei der WM 1990 517 Minuten lang kein Gegentor kassiert hatte. Bei einem WM-Spiel letztmals hinter sich greifen musste Simon in der Gruppenphase 2022 gegen Japan, beim anschließenden Achtelfinal-Aus gegen Marokko im Elfmeterschießen hatte es nach 120 Minuten 0:0 gestanden. Bei dieser WM ist Spanien neben Mexiko die einzige Mannschaft ohne Gegentor.

Zurückzuführen ist Simons Serie jedoch weniger auf grandiose Paraden seinerseits, sondern viel eher auf Spaniens grundsätzlich solide Abwehrarbeit. In der Gruppenphase war Simon gegen die Kap Verde und Saudi-Arabien nicht beschäftigt. Gegen Uruguay wackelte er sogar, jedoch folgenlos. Im Sechzehntelfinal-Duell mit Österreich wurde Simon erneut nicht geprüft.

Ganz anders als sein Gegenüber Alex Schlager: Bei den Gegentoren war Österreichs Keeper machtlos, dafür parierte er einen Schuss von Oyarzabal in Minute 33 grandios und rettete in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gleich zweimal. Erst lenkte er einen direkten Freistoß von Alex Baena an die Latte, dann war er bei einem Abschluss von Yamal aus kurzer Distanz zur Stelle.