Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Ukraine widerspricht Moskau: kein Verlust der Stadt Kostjantyniwka

Aktualisiert am 04.07.2026 – 16:30 UhrLesedauer: 31 Min.

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Kilometerlange Schlangen vor Zapfsäulen – aus der Luft wird das Ausmaß sichtbar.

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Putin verkündet die Einnahme einer wichtigen Stadt. Selenskyj widerspricht ihm – und schlägt ihm ein Treffen in der Stadt vor. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Ukraine widerspricht Moskau: kein Verlust der Stadt Kostjantyniwka

Das ukrainische Militär hat der Behauptung Moskaus widersprochen, die Stadt Kostjantyniwka im Industriegebiet Donbass erobert zu haben. Im Morgenbericht des Generalstabs war die Rede davon, dass es in der Kleinstadt mit früher 67.000 Einwohnern weiterhin Gefechte gebe. Auch in Dörfern noch dichter an russischen Positionen wie Iwanopyllja werde noch gekämpft.

Kremlchef Wladimir Putin hatte am Vorabend beim Besuch einer Kommandozentrale gesagt, die russische Armee habe Kostjantyniwka vollständig unter Kontrolle gebracht. Ukrainische Militärblogs wie DeepState verzeichnen weiterhin nur Teile der Stadt als russisch besetzt. Auch russische Militärblogger reklamieren bislang nicht die gesamte Stadt für ihre Armee.

„Das ist nur die x-te russische Lüge, um wenigstens irgendeine Nachricht in Umlauf zu bringen“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj während eines Telefonats mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Er rief Putin auf, sich mit ihm in Kostjantyniwka zu treffen. „Wenn Kostjantyniwka derzeit unter russischer Kontrolle stünde, hätte Putin wohl kein Problem damit, sich dort mit mir zu treffen und diplomatische Lösungen zu finden, um den Krieg endlich zu beenden.“

Selenskyj spricht mit Merz über Flugabwehr

Kanzler Friedrich Merz telefoniert nach Angaben der Bundesregierung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser habe Merz über die Folgen der jüngsten russischen Luftangriffe auf Kiew und andere Teile der Ukraine informiert, teilt ein Regierungssprecher mit. „Der Präsident dankte dem Bundeskanzler für die deutsche Unterstützung, insbesondere bei der Luftverteidigung.“ Merz habe bekräftigt, dass sich die Ukraine auf die Unterstützung Deutschlands verlassen könne.

Putin unterzeichnet Gesetz zur Stützung des Kraftstoffmarkts

Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnet nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass ein Steuergesetz, das für ein größeres Kraftstoffangebot auf dem heimischen Markt sorgen soll. Damit reagiert die Führung in Moskau auf akute Engpässe infolge ukrainischer Drohnenangriffe auf Anlagen der Mineralölindustrie. Tass zufolge handelt es sich um Steueranreize für die Produktion von hochoktanigem Benzin durch Mischverfahren.

Geschichtsstreit: Ukraine macht Polen einen Vorschlag

Im jüngsten Streit um die Weltkriegsvergangenheit hat die Ukraine Polen mehrere Maßnahmen vorgeschlagen, um die Spannungen zwischen beiden Ländern zu entschärfen. „Ich habe ein Maßnahmenpaket zur Krisenbewältigung vorgeschlagen“, erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha nach einem Treffen mit seinem polnischen Amtskollegen Radoslaw Sikorski in Warschau am Freitag im Onlinedienst X. Die Maßnahmen beinhalteten „Beratungen zwischen unseren Außenministerien, die Organisation eines Treffens von Historikern sowie die Einbeziehung der religiösen Anführer beider Nationen“.