Außerdem könnte der Druck auf die Europäer mit zunehmender Kriegsdauer steigen, sich doch noch direkt militärisch zu engagieren. Und das aus unterschiedlichen Gründen:
All das ist ein Dilemma. Denn die Kriegsdauer ist vor allem von den Zielen Trumps abhängig. Aktuell nimmt die US-Administration zumindest in ihren politischen Äußerungen langsam Abstand von einem Regimewechsel in Teheran. Der Grund: Das iranische Regime scheint trotz der Eliminierung seiner Führungselite durch die Amerikaner bislang nicht zu kollabieren, und die USA möchten wiederum nicht mit Bodentruppen im Iran intervenieren.
Denn ein weiteres Ziel verbindet Trump und die europäischen Staaten: Der Fehlschlag bei der Demokratisierung Afghanistans oder der langjährige Krieg im Irak sollen nicht wiederholt werden. Einige Analysten erwarten daher, dass Washington sich auch deshalb mit einer intensiven Schwächung der militärischen Kapazitäten des Iran zufriedengeben könnte.
Die Leidtragenden könnten am Ende erneut die iranische Zivilbevölkerung sein, weil sich das iranische Terrorregime an der Macht halten kann. Doch aktuell priorisieren viele europäische Staats- und Regierungschefs eine schnelle Deeskalation in der Region, weil mit Blick auf Zypern und die Türkei der Flächenbrand dieses Krieges Europa bereits erreicht hat.