Erfurt – Bei ihrem von massiven Protesten begleiteten Parteitag hat die deutsche Rechtsaußenpartei AfD einen klaren Machtanspruch formuliert. „Wir sind die neue Volkspartei in Deutschland“, sagte die Co-Parteivorsitzende Alice Weidel am Samstag in ihrer Rede vor den Delegierten in der Messehalle Erfurt. Die AfD sei „bereit, Verantwortung zu übernehmen“. An den Gegenkundgebungen nahmen laut Organisatoren bis zu 50.000 Menschen teil. Die Polizei zählte mindestens 31.000 Teilnehmer.
Anders als erwartet hatte der Parteitag pünktlich begonnen: Der Versuch von Demonstrierenden, ihn durch eine Blockade zu verhindern, scheiterte. Hunderte Delegierte der „Alternative für Deutschland“ waren bereits in der Nacht in die Halle gelangt – und den Blockierern damit zuvorgekommen.
Tino Chrupalla und Alice Weidel wurden von den Delegierten als Parteichefs wiedergewählt.
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Die in Teilen rechtsextreme Partei sieht sich aktuell beflügelt durch gute Umfragewerte. Im Bund ist sie laut Demoskopen stärkste Kraft. Die AfD-Spitze sieht die Partei deshalb auf dem Weg zur Übernahme von Regierungsverantwortung. Weidel warf den anderen Parteien vor, die AfD „mit Hass und Hetze“ auszugrenzen. Sie richtete eine Botschaft an die politische Konkurrenz: „Ihr werdet uns nicht kleinkriegen, ganz im Gegenteil. Wir werden immer stärker und größer.“
Ähnlich äußerte sich der Co-Vorsitzende Tino Chrupalla. „Wir werden gewinnen“, sagte er vor den Delegierten. „Vielleicht können wir bald schon allein regieren“, fügte er mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland hinzu. „Das wäre das richtige Zeichen an die Demokratieverächter, die da draußen unseren Parteitag verhindern wollten.“
Weidel und Chrupalla wurden von den Delegierten als Parteichefs wiedergewählt. Die 47-Jährige erhielt ohne Gegenkandidaten 81 Prozent. Chrupalla kam auf 70 Prozent. Für den Sachsen ist das im Vergleich zur letzten Wahl vor zwei Jahren in Essen ein deutlicher Dämpfer, als er knapp 83 Prozent geholt hatte. Weidel und Chrupalla stehen seit 2022 gemeinsam an der Spitze der AfD.
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Bei Protesten gegen den Parteitag der vom Verfassungsschutz in Thüringen als rechtsextrem eingestuften Partei gingen nach Angaben des Anti-AfD-Bündnisses „Organisation Campact“ rund 50.000 Menschen auf die Straße. Die Erfurter Polizei zählte am frühen Nachmittag etwa 31.000 Protestierende im Stadtgebiet und im Umland. Es seien aber noch „mehrere Aufzüge“ unterwegs, ergänzte die Exekutive.
Ein Teil der Demonstranten war dem Aufruf des linken Bündnisses „Widersetzen“ gefolgt, den Parteitag durch Blockaden der Zufahrtswege komplett zu verhindern. Allein am Autobahnkreuz Erfurt waren laut Polizei am Vormittag mehrere tausend Menschen an einer Sitzblockade beteiligt, die Autobahn A71 musste zeitweise gesperrt werden. Zu Mittag sei die Blockade dann beendet worden, teilte die Polizei mit. (APA, AFP, dpa, TT.com)