In Europa breiten sich mehrere Waldbrände aus. In Südfrankreich hat das Auswirkungen auf die dritte Etappe der Tour de France. Betroffen ist das Departement Pyrénées-Orientales, wo an diesem Montag in Les Angles die erste Bergankunft der Rundfahrt ansteht. Das Rennen wird wegen eines Waldbrandes in der Streckenführung der Lage angepasst. Die zweite Etappe hatte am Sonntag das mexikanische Toptalent Isaac Del Toro für sich entschieden.
Auf dem dritten Streckenabschnitt werden nach dem Grenzübertritt von Spanien nach Frankreich keine Zuschauer am Straßenrand erlaubt sein. Dies teilte die verantwortliche Präfektur der Region Pyrénés-Orientales mit. Außer in Südfrankreich brennen auch in Portugal und Griechenland riesige Waldflächen.
Weil sich das Teilnehmerfeld der Tour innerhalb eines 50-Kilometer-Radius zur Brandregion bewegt, werde die Bevölkerung gebeten, sich nicht an die Strecke zu begeben. Zudem werde die kurze Bergankunft für die Öffentlichkeit gesperrt. Die beliebte Werbekarawane werde am Montag nicht dem Feld vorausfahren.
Der Waldbrand in Südfrankreich hat mittlerweile eine Fläche von etwa 1.500 Hektar erfasst, die Flammen lodern knapp 70 Kilometer vom Zielort entfernt und breiten sich immer weiter aus. 700 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Die Departementstraße 66, die laut dem Plan vom Peloton befahren werden soll, ist gesperrt.
»Das Feuer hat wieder an Intensität zugenommen, alle Mittel werden mobilisiert, um es einzudämmen«, sagte Regnault de la Mothe. In Südfrankreich wird in der kommenden Woche zudem eine neue Hitzewelle mit Temperaturen von über 40 Grad erwartet, in der Gegend herrscht zudem seit Wochen Trockenheit. Laut den Tour-Organisatoren wurde in der 123 Jahre langen Geschichte der Rundfahrt noch nie eine Etappe wegen Waldbränden abgesagt.
Waldbrand größer als Sylt
In Portugal seien mehr als 1.200 Einsatzkräfte mit fast 400 Fahrzeugen und 15 Flugzeugen im Einsatz, teilte der Katastrophenschutz mit. Laut Daten des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus hat sich das am vergangenen Donnerstag ausgebrochene Feuer in der Region Vouzela auf einer Fläche von 120 Quadratkilometern ausgebreitet – das ist größer als die Insel Sylt.
© Lea Dohle
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Spanien schickte nach Angaben der EU-Generaldirektion für Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe 120 Feuerwehrleute und 45 Fahrzeuge in das Nachbarland. Italien und Spanien sagten außerdem drei Löschflugzeuge zu.
Rauch enthält Giftstoffe
In Griechenland erfasste ein Waldbrand eine Recyclinganlage. Die Behörden riefen die Bewohner einiger Stadtteile von Thessaloniki auf, in ihren Häusern zu bleiben sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten, weil der Rauch Giftstoffe enthalte. Etwa 160 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, die vom Wind angefacht wurden. Löschflugzeuge seien nach Tagesanbruch gestartet, teilte die Feuerwehr mit.
Der Bürgermeister von Oraiokastro, Pandelis Tsakiris, sagte dem Fernsehsender ERT, das Feuer habe mehrere Geschäfte und Wohnhäuser beschädigt. Die Behörden müssten sich aber noch ein genaueres Bild verschaffen. Ein 76-Jähriger wurde unter dem Verdacht festgenommen, er habe mit seinem Fahrzeug fahrlässig Funken verursacht, die die Vegetation in Brand gesetzt hätten.
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