„Hundertprozentig“ habe sie ihrem Makler vertraut, sagte Verona Pooth vor dem Düsseldorfer Landgericht, schließlich seien sie zehn Jahre geschäftlich „verbandelt“ gewesen. Was dann folgte, so kann man ihre Schilderungen wohl knapp zusammenfassen: Enttäuschung, Frust – und der Verlust von womöglich Hunderttausenden Euro, ihrer eigenen finanziellen Absicherung. Ihren Versicherungsmakler haben Verona und ihr Mann Franjo Pooth nun um Schadenersatz verklagt. Dafür kamen sie am Montag von Dubai nach Düsseldorf. Die Familie Pooth war im Jahr 2025 ausgewandert und nach Dubai gezogen. Der Krieg im Iran sorgt jetzt dafür, dass sie ihren 14-jährigen Sohn Rocco zurücklassen musste. Sie sorgt sich sehr um ihn.

Es war Heiligabend 2021, da brachen mindestens vier Männer in die Villa der Familie Pooth in Meerbusch ein, während sie den Abend mit ihrer Familie bei der Schwiegermutter verbrachte, wie sie im Sitzungssaal E.116 des Landgerichts erzählte. Aufgrund des erwarteten großen öffentlichen Interesses wurde die Verhandlung aus einem kleineren Saal in einen der größten des Gerichts verlegt.

Durch den Diebstahl vor mehr als vier Jahren sei ihr ein Schaden etwa in Höhe von rund einer Million Euro entstanden, sagte Pooth damals. „Sie waren in allen Räumen, haben die Schubladen rausgerissen und alles durchwühlt“, sagte die Moderatorin danach in einem Interview. Gestohlen wurden der Tresor, samt Hochzeitsschmuck, und auch der Fiat von Pooth, mit dem das Diebesgut wohl abtransportiert wurde. Die Täter sind bis heute nicht gefasst.

Millionenschaden nur teilweise versichert – Streit um Deckung

Nun waren die Pooths davon ausgegangen, dass der Millionenschaden versichert war – war er nach Ansicht des Maklers und der Versicherung aber nicht. Es sei nur Schmuck im Wert von rund 650.000 Euro versichert gewesen. „Mir geht es gerade nicht gut. Ich habe über 25 Jahre mein ganzes Geld in Schmuck investiert“, hatte sie vor dem Verhandlungsbeginn der „Bild“ gesagt, und weiter: „Das war mein Lebenswerk. Andere kaufen Aktien oder Immobilien. Ich habe gezielt hochwertigen Schmuck gekauft. Diamanten, Gold und Markenstücke von Rüschenbeck, Cartier und Rolex. Schmuck verliert nicht an Wert.“ Das sei ihre finanzielle Absicherung gewesen.

Verona Pooth erschien selbst vor Gericht und äußerst umfassend ihre Sicht der Dinge, sprach dabei frei und zügig. Bis ins Jahr 2015 ging die Geschäftsbeziehung mit dem Makler B. demnach zurück, schon damals sei diesem eine Liste mit zu versichernden Schmuckstücken und Luxusuhren übergeben worden. Irgendwann zwischen ihrem Einzug in die Villa in Meerbusch, „vor sechs oder sieben Jahren“ und dem Diebstahl habe sie B. eine aktualisierte Liste in die Hand gegeben, in einem Schnellhefter mit Klarsichtfolie. „Und da glaube ich, dass das nicht richtig eingereicht wurde“, sagte Pooth im Gerichtssaal. Bei einem Besuch von Versicherungsvertretern nach dem Einbruch in die Villa der Pooths sei ihr dann eröffnet worden, dass sie nicht die von ihr erwartete Million bekommen würde. „Wie kann das sein?“, habe sie damals zu Makler B. gesagt, „ich habe Ihnen ja jedes Schmuckstück herübergeschickt“, also angemeldet.

Der Versicherungswert hätte ihrer Ansicht nach entsprechend angepasst – oder ihr zumindest ein Handlungsbedarf mitgeteilt werden müssen. So sei sie davon ausgegangen, ausreichend versichert zu sein. „Es gibt deshalb die Beratung durch Makler, damit er auf all diese Dinge hinweist“, die Laien eben nicht einfach verstehen würden, sagte Verona Pooths Rechtsanwalt. „Wir sehen verschiedene verletzte Beratungspflichten, vor allem in Form der Unterlassung“, so der Rechtsanwalt weiter. Das Maklerunternehmen bestreitet, dass es zu irgendeiner Art Pflichtverletzung gekommen sei.

Gericht strebt Vergleich an – Urteil im Mai erwartet

Die Vorsitzende Richterin ließ früh durchblicken, dass sie sich einen gütlichen Vergleich gut vorstellen könne. Den ursprünglich geforderten Schadenersatz werden die Pooths dann aber wohl nicht bekommen. „Natürlich bin ich nicht begeistert, natürlich tut das weh, vor allem, wenn man nichts falsch gemacht hat“, sagte Verona nach dem Prozess. „Aber manchmal ist es im Leben so, dass man Kompromisse eingehen muss.“ Die Zeit sei für sie schwierig gewesen, den ewigen Druck und Schmerz mit dieser Geschichte mit sich herumzutragen sei sehr belastend. Nun kommt diese Zeit wohl bald an ein Ende, im Mai will das Gericht urteilen, sollten sich die Parteien nicht einigen können. Die Beziehung zu ihrem Makler wird aber wohl nicht so schnell repariert werden.