Die Sensation ist perfekt: Der SCR Altach steht im UNIQA ÖFB Cup Finale. Die Vorarlberger schocken Titel-Mitfavorit FC Red Bull Salzburg auswärts und bejubeln einen 1:0-Erfolg. Das Goldtor zum Finaleinzug erzielte Lukas Jäger nach Cornerball vom gebürtigen Salzburger Patrick Greil in der zweiten Minuten der Nachspielzeit in der ersten Hälfte. Für die Rheindörfler, die damit nicht nur gegen die Roten Bullen seit vier Pflichtpartien en suite unbesiegt bleiben (1S, 3U), sondern auch im Kalenderjahr ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit fortsetzten, ist der erste Cup-Finaleinzug der Klubgeschichte historisch.

RB Salzburg müht sich, SCR Altach schlägt nach einer Ecke eiskalt zu
Im Halbfinale zwischen dem FC Red Bull Salzburg und SCR Altach entwickelte sich zunächst das erwartbare Bild: Die Roten Bullen übernahmen sofort die Kontrolle, ließen den Ball laufen und drängten die Gäste tief in die eigene Hälfte. Die größte Chance der Anfangsphase hatte Yeo, dessen Kopfball aus kurzer Distanz an die rechte Stange prallte (11.). Auch Karim Konaté wurde einmal gefährlich, doch die letzte Präzision fehlte.
Das Team aus dem Ländle verteidigte kompakt und wartete geduldig auf Umschaltmomente. Mit zunehmender Spieldauer gelang es den Vorarlbergern, sich besser zu befreien. Ein Distanzschuss von Massombo landete an der Stange (40.), nachdem zuvor ein Fehlpass im Salzburger Aufbau den Angriff eingeleitet hatte. Damit setzten der Tabellensiebte der Bundesliga bereits ein klares Signal.
Während RB Salzburg viel Ballbesitz verbuchte, blieb der Ertrag überschaubar. Das Zaric-Team hingegen agierte mutig, schob im richtigen Moment nach und kam kurz vor der Pause zu einer Riesenchance: Nach einer scharf gemachten Flanke vom zweiten Pfosten setzte Diawara einen wuchtigen Halbvolley aus sechs Metern an die Latte (45.+1).
Nur Sekunden später folgte sogar die Altacher Führung. In der Nachspielzeit stieg Kapitän Lukas Jäger bei einem Eckball von Standardspezialist Patrick Greil, dem gebürtigen Salzburger, hoch und köpfelte zum 0:1 (45.+2) ein. Wieder mal die Gäste nach einem Cornerball erfolgreich und zu einem psychologisch wertvollen Zeitpunkt mit dem Führungstor.

Altach bringt die Führung über die Zeit
Das Beichler-Team versuchte es nach dem Seitenwechsel früh über die Flügel. Kerim Alajbegović brachte eine scharfe Hereingabe zur Mitte (55.), Frans Krätzig sorgte wenig später mit einem Stangler für Chaos im Fünfer (61.), doch zwingend wurde es selten.
In der 68. Minute eröffnete sich dann aber für die Gäste eine Großchance auf das 2:0. Der eingewechselte Stürmer Srdjan Hrstic kam nach einem Aussetzer von Youngster Schuster völlig freistehend vor ÖFB-Teamtorhüter Alexander Schlager zum Abschluss, agierte jedoch zu überhastet und köpfelte drüber, anstatt einen Schuss zu versuchen (68.).
Wenig später tauchte Altach-Keeper Dejan Stojanovic bei einem wuchtigen Alajbegovic-Schuss ab (71.). Die Roten Bullen warfen in der Schlussphase nochmal alles nach vorne, doch das Altacher Abwehrbollwerk blieb standhaft und verteidigte den Vorsprung über die Zeit. Damit ist der SCR Altach der erste Cup-Finalist in Klagenfurt. Während die Salzburger nicht nur im zweiten Heimspiel binnen vier Tagen (0:0 vs. TSV Hartberg) ohne Treffer bleiben und in 2026 auf einen Heimsieg warten (1U, 2N). Auch die erste Titelchance hat der aktuelle Spitzenreiter der Bundesliga damit vergeben.

FC Red Bull Salzburg – SCR Altach 0:1 (0:1)
Mittwoch, 04.03.2026 (18:00 Uhr); Red-Bull-Arena, Salzburg; SR Walter Altmann
FC Red Bull Salzburg: Schlager; Terzic (73./Onisiwo), Gadou, Schuster, Krätzig; Diabaté (73./Bischoff), Bidstrup, Alajbegovic; Redzic, Konaté (62./Baidoo), Yeo (62./Lukic); Trainer: Daniel Beichler.
SCR Altach: Stojanovic; Milojevic, Zech, Jäger; Ingolitsch, Demaku, Bähre, Ouedarogo; Massombo (85./Gorgon), Diawara (66./Hrstic), Greil (73./Yalcin); Trainer: Ognjen Zaric.
Tor: Jäger (45.+2, Kopfball nach Corner Greil)
Gelbe Karten: Bidstrup, Schlager bzw. Ouedraogo, Demaku, Yalcin, Gorgon
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