Die frühere Kidston-Goldmine wurde 2001 stillgelegt. Der Entwickler Genex Power erwarb das Areal 2014 mit dem Ziel, daraus einen Energiehub zu machen. Die beiden früheren Tagebaue Wises und Eldridge werden nicht verfüllt oder rekultiviert, sondern als Reservoirs weitergenutzt. Der höher gelegene Wises Pit wird zum Oberbecken, der tiefer gelegene Eldridge Pit zum Unterbecken.
Das Prinzip dahinter ist so alt wie einfach. Ist im Netz viel Strom vorhanden und damit günstig, wird Wasser aus dem unteren Becken nach oben gepumpt. Steigt die Nachfrage, strömt es durch die Maschinen zurück nach unten und erzeugt dabei Strom. Zwischen den beiden Becken liegen je nach Wasserstand rund 181 bis 218 Meter Höhenunterschied. Die Anlage soll 250 Megawatt Leistung über bis zu acht Stunden liefern. Das entspricht einem Speichervermögen von 2.000 Megawattstunden.
Kidston ist damit keine Energiequelle im klassischen Sinn. Das Kraftwerk erzeugt keinen zusätzlichen Strom aus einem natürlichen Zufluss wie ein Flusskraftwerk, sondern verschiebt Energie zeitlich. Es nimmt Strom auf, wenn er reichlich und billig ist, und gibt ihn ab, wenn er knapp und teuer wird. Das Becken ist gewissermaßen ein riesiger, mit Wasser betriebener Akku.