
Verschwundene TV-Sender: Kennst du 9Live & Co.?
In diesem zweiten Teil werden weitere Fernsehsender von einst vorgestellt. Einige gab es nur kurz, von anderen dachte man, sie mögen ewig bestehen. Viele sind in guter Erinnerung geblieben, andere mag man vielleicht gar nicht wahrgenommen haben. Ihnen allen gemeinsam ist aber, dass sie ein Teil der Fernsehgeschichte sind.
Astro TV
Astro TV ist vielen noch ein Begriff. Der deutsche Privatsender rund um Astrologie und Esoterik ging am 14. Juni 2004 an den Start. Nach über 20 Jahren, konkret am 27. Dezember 2024, wurde der Sendebetrieb über Satellit und Kabel eingestellt. Damals hieß es, dass sich das Unternehmen künftig stärker in Richtung Internet ausrichten wolle.
1 Der deutsche Musiksender Yavido war in Hamburg beheimatet und abseits des Mainstreams angesiedelt
Yavido
Wer erinnert sich noch an den deutschen Musiksender Yavido? Der Spartensender wurde im Oktober 2005 in Hamburg gegründet. Musikalisch war Yavido abseits des Mainstreams angesiedelt und konzentrierte sich unter anderem auf Black Music und Dance. In Erinnerung geblieben ist der Sender auch wegen seiner gewöhnungsbedürftigen Bildgestaltung, die im unteren Drittel Werbung für Klingeltöne und dergleichen eingeblendet hatte.
Jamba! TV
Auch Jamba! TV war ein deutscher Musiksender. Er startete im September 2005 und blieb bis 2010 on air. Der TV-Sender war eng mit einem in Berlin ansässigen Klingeltonanbieter verknüpft und fiel deshalb wegen seiner Dauerwerbung für Klingeltöne und Handyspiele auf. Das Ende des Senders kam in Etappen ab 2009. 2010 wurde der Sender umbenannt. Am 30. September 2012 wurde der Sendebetrieb eingestellt.
2 Während seiner Blütezeit galt 9Live als profitabelster deutscher Fernsehsender. Das große Geld hatte er mit Call-in-Gewinnspielen gemacht
9Live
9Live ist am 1. September 2001 aus dem Spartensender für Frauen tm3 hervorgegangen. Während seiner Blütezeit galt 9Live als profitabelster deutscher Fernsehsender. Das große Geld hatte der Sender aber nicht durch sein hervorragendes Programm gemacht, sondern durch Call-in-Gewinnspiele, die rund um die Uhr ausgestrahlt wurden. Eingestellt wurde 9Live am 9. August 2011. Immer wieder wurde über den Sender berichtet, wobei vor allem die Art der Gewinnspiele kritisiert wurde.
Austria 9 TV
Austria 9 war ein frei empfangbarer österreichischer Privatsender, der am 12. Dezember 2007 um 12.12 Uhr offiziell gestartet wurde. Der Sender war als Vollprogramm für die ganze Familie angelegt. Gezeigt wurden während des Tages Teleshopping und Magazine von regionalen TV-Sendern Österreichs. Am Abend wurden Fernseh- und Spielfilme aus dem deutschen Sprachraum, sowie Hollywood-Klassiker und auch TV-Serien gezeigt. Im April 2012 hatte die ProSiebenSat.1-Gruppe Austria 9 übernommen. Diese hat auf dem Kanal am 3. Juli 2012 die Österreich-Version von Sixx aufgeschaltet.
3 TW1 gilt als der Vorgänger von ORF III und ORF Sport+. Obwohl TW1 zuletzt dem ORF zur Gänze gehörte, musste er privatwirtschaftlich geführt werden
TW1
Der frei empfangbare österreichische Sender „Tourismus und Wetter 1“ nahm im Dezember 1997 seinen Betrieb auf. Die Grundlage für den Sender bildeten die Wetterkameras, die ab den 1980er-Jahren auf den österreichischen Bergen aufgebaut wurden. TW1 war ein Gemeinschaftsunternehmen des Kamerabetreibers und des ORF, die je 50 Prozent des Senders hielten. Ab 2005 ging TW1 vollständig in den Besitz des öffentlich-rechtlichen ORF über. Trotzdem musste TW1 privatwirtschaftlich finanziert werden. Rundfunkgebühren durften dafür nicht aufgewendet werden. Ab Mai 2000 wurde TW1 genutzt, um gelegentlich Sport auszustrahlen. Zudem wurden nach und nach weitere ORF-Sendungen auf TW1 wiederholt. Das Ende von TW1 erfolgte am 26. Oktober 2011. An diesem Tag starteten die beiden 24-Stunden-Programme ORF III und ORF Sport+, die aus TW1 hervorgegangen waren.
Viva, Viva 2 und Viva Plus
Der deutsche Musiksender Viva wurde ursprünglich als Konkurrenz zu MTV gegründet. An den Sendestart ging Viva am 1. Dezember 1993. Laut Eigendarstellung sah man sich als Jugend- und Musiksender für Pop und Fun. Anfangs war Viva ausgesprochen erfolgreich. Anders als MTV, bot Viva auch Musikschaffenden aus dem deutschen Sprachraum eine Plattform.
Der Erfolg von Viva führte am 21. März 1995 zum Start von Viva 2, das mit einem alternativen Musikstil, wie Alternative Rock und Metal, eine erweiterte Zielgruppe angesprochen hatte. Gleichzeitig wollte man VH-1 Deutschland, das nur elf Tage zuvor gestartet war, etwas entgegensetzen. Viva 2 war nur ein kurzes Leben beschert. Bereits am 7. Januar 2002 wurde es von Viva Plus abgelöst. Dabei handelte es sich zwar auch um einen Musiksender, dieser setzte aber auf die Interaktion der Zuschauer, die die Musikzusammenstellung per kostenpflichtiger SMS beeinflussen konnten. Viva Plus wurde am 14. Januar 2007 eingestellt.
2005 wurde bekannt, dass die Viva-Sender inzwischen Bestandteil des Viacom-Konzerns sind. Ab 2014 musste sich Viva den Sendeplatz mit Comedy Central teilen. Mit dem 31. Dezember 2018 wurde Viva zugunsten des US-Comedy-Senders komplett eingestellt.
BR alpha
BR alpha startete am 7. Januar 1998 als zweites Programm des Bayerischen Rundfunks. Mit BR alpha wollte man zum ursprünglichen Konzept der dritten Programme der ARD zurückkehren, die ursprünglich primär als Bildungs- und Informationssender dienten. Zunächst wurde der neue Bildungskanal alleine vom BR betrieben. Am 29. Juni 2014 wurde er in ARD alpha umbenannt. Als gesamtdeutscher Sender werden seitdem auch Inhalte anderer ARD-Anstalten gezeigt.
4 Euro1080 war der erste TV-Sender in Europa, der in HD verfügbar war. Unverschlüsselt war er nur wenige Monate empfangbar
Euro1080
Der belgische Sender Euro1080 ging am 1. Januar 2004 in Betrieb. Er war der erste europäische TV-Sender in HD-Auflösung. Euro1080 diente dazu, den TV-Händlern ein Signal anzubieten, das die volle Leistungsfähigkeit der damals brandneuen Full-HD-Fernseher zeigen konnte. Da er inhaltlich nicht mit den etablierten Sendern mithalten konnte, gerieten Euro1080 sowie seine Nachfolgekanäle HD1, HD2 und HD5 schnell in Vergessenheit.
TV6 Österreich
Wenn es um die kultigsten TV-Sender geht, die je auf Astra 19,2 Grad Ost ausgestrahlt worden sind, dann ist TV6 aus dem oberösterreichischen Linz zu nennen. Dabei handelte es sich um einen Erotiksender, der es pornografische Inhalte zum Teil auch ohne Verschlüsselung ausstrahlte. Gestartet wurde TV6 am 1. September 2003. Nach etwas über zwei Jahren war am 23. September 2005 endgültig Sendeschluss. Schon zuvor war bekannt, dass der Sender in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Dies veranlasste einen der Besitzer des Senders, Peter Stolz, seines Zeichens der damalige Bordell-Kaiser von Linz, im Fernsehen zum Spenden aufzurufen. Seine stundenlangen Auftritte waren insofern legendär, weil er stets in extremen Dialekt gesprochen hatte. Sein: „Rufens an!“ ist in lebendiger Erinnerung geblieben.
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