Die USA und europäische Verbündete wollen ihre Fähigkeiten zur Herstellung und Wartung von modernen Lenkflugkörpern gemeinsam ausbauen. Wie der US-Unterstaatssekretär für Beschaffung, Michael P. Duffey, auf dem Rüstungsforum des Nato-Gipfels in Ankara sagte, soll die Produktion von Raketen des Typs AMRAAM gemeinsam mit Partnern ausgeweitet werden. Die AMRAAM-Rakete (Advanced Medium-Range Air-to-Air Missile) ist ein
Luft-Luft-Lenkflugkörper mittlerer Reichweite zur Bekämpfung von
fliegenden Zielen.

Zudem soll den Angaben nach ein Wartungszentrum in Europa für PAC3-Lenkflugkörper geschaffen werden. Die Flugkörper werden vom Raketenabwehrsystem Patriot verwendet und sind weltweit ein knappes Gut. Demnach ist noch nicht entschieden, in
welchem europäischen Land das vereinbarte Wartungszentrum entstehen soll. Eine Absichtserklärung dazu unterschrieben Vertreter aus
Deutschland, Polen, den Niederlanden und Schweden. Auch hinsichtlich einer Ausweitung der Produktion von PAC3-Systemen über
die Grenzen der USA hinaus sei seine Regierung offen, sagte
US-Unterstaatssekretär Duffey.

Rheinmetall und Lockheed Martin wollen in Deutschland Boden-Boden-Raketen bauen

Am Rande des Gipfels unterzeichneten der Rüstungskonzern
Rheinmetall ​und sein US-Partner Lockheed Martin zudem eine Absichtserklärung zur ​Gründung eines
Gemeinschaftsunternehmens. Ziel ist es, in Zukunft gemeinsam Raketen vom Typ ATACMS in Deutschland zu fertigen. Die taktische Kurzstreckenrakete mit einer Reichweite von 300 Kilometern kann von Raketenwerfern wie etwa Mars-2 verwendet werden, über die unter anderem die Bundeswehr verfügt. Im Unterschied zu den AMRAAM-Raketen handelt es sich um eine Boden-Boden-Rakete. Nach Angaben von Rheinmetall wäre das die erste gemeinsame Produktion dieser Raketen in Europa. 

© Lea Dohle

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Das Produktions- und Vertriebszentrum soll mit Unterstützung der deutschen sowie der US-Regierung am Rheinmetall-Standort Unterlüß ​in
Niedersachsen entstehen. Der Standort ist nach Angaben von Rheinmetall mit rund 4.000 Beschäftigten einer
der wichtigsten ​des Unternehmens. Eine Fabrik für Raketenmotoren stehe ‌dort kurz vor
der Fertigstellung. Die ​Produktion von Motoren und Komponenten
für Lenkflugkörper soll demnach ⁠im Jahr ​2027 anlaufen.

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