Seit Donnerstagabend stehen Rettungskräfte im ganzen Land aufgrund der starken Schneefälle im Dauereinsatz. In der Steiermark haben 30.000 Haushalte keinen Strom, zahlreiche Straßen in Niederösterreich sind blockiert. Am Flugverkehr in Wien wurde der Betrieb vorübergehend eingestellt.

Wien, St. Pölten, Graz – Starke Schneefälle haben am Freitagfrüh in weiten Teilen Österreichs für große Probleme gesorgt. Die Folgen des Wintereinbruchs dürften noch den ganzen Tag lang bis teilweise ins Wochenende hinein spürbar sein. In Linz kam es in Folge zu einem tödlichen Unfall mit einem Räumfahrzeug.

Kein Betrieb am Flughafen Wien

Der Betrieb am Flughafen Wien-Schwechat wurde vorübergehend eingestellt. 15.000 Tonnen Schnee wurden bereits von dem riesigen Areal geräumt. Derzeit wird damit gerechnet, dass der Flughafenverkehr gegen 12 Uhr wieder aufgenommen werden kann. Betroffen sind über 200 Verbindungen, Reisenden wird empfohlen, sich bei der jeweiligen Fluglinie über den Status ihrer Flüge zu informieren.

In Wien rückte die Feuerwehr zu über 100 wetterbedingten Einsätzen aus, zudem gab es zahlreiche Stromausfälle. Diese Serie zieht sich durch das ganze Land, auch in Kärnten oder Niederösterreich stehen die Rettungskräfte seit Donnerstagabend im Dauereinsatz. Alleine in Niederösterreich waren es über 350 Einsätze, die teilweise auch Verletzte forderten.

Auf den schneeglatten Fahrbahnen blockierten vielerorts hängengebliebene LKWs die die Straßen, dazu kamen zahlreiche Unfälle. Die A21 wurde gegen 2.30 Uhr auf gesamter Strecke in beiden Richtungen gesperrt. Ausweichen war nur großräumig möglich. Voraussichtlich kann die Sperre laut ÖAMTC erst am späteren Nachmittag aufgehoben werden.

Auf der Westautobahn (A1) waren zwischen Loosdorf (Bezirk Melk) und dem Knoten Steinhäusl mehrere Lkw liegen geblieben, abschnittsweise war nur eine Spur befahrbar. Staus waren die Folge. Auch auf der Semmering Schnellstraße (S6) kam es wegen hängen gebliebener Lastwagen zu Behinderungen. Probleme gab es auch auf der Südautobahn (A2) und der Pyhrn Autobahn (A9). Zudem wurden zahlreiche Bahnstrecken gesperrt, vor allem rund um Wien. Fernzüge von Tirol in Richtung Wien sind derzeit nicht betroffen.

Die Feuerwehren rund um Wien mussten zu zahlreichen Einsätzen ausrücken.

© APA/FF Wiener Neustadt

AT-Alert in der Steiermark

Der schwere, nasse Schnee führte in der Steiermark zu Schäden an Stromleitungen. Freitagfrüh hatten rund 30.000 Haushalte keinen Strom, betroffen sind die Süd-, Ost- und Weststeiermark sowie der Großraum Graz. Die steirischen Behörden haben gegen 8.20 Uhr eine Warnung via AT-Alert auf Mobiltelefone ausgegeben und vor umstürzenden Bäumen und abgebrochenen Ästen gewarnt. Die Reparaturarbeiten dürften noch das ganze Wochenende lang andauern.

Auch in der Steiermark blieben Fahrzeuge auf der Schneefahrbah hängen, wie dieser Bus bei St. Stefan im Rosental.

© APA/FF St. Stefan

Einzelne Stromausfälle auch in Kärnten

In Kärnten herrschte wegen der winterlichen Verhältnisse auf zahlreichen höher gelegenen Straßen Schneekettenpflicht. Auf der A2 hatte sich laut Polizei in Fahrtrichtung Italien ein Stau ab Preitenegg bis zur Pack zurück wegen hängengebliebener Lkw in der Früh wieder aufgelöst. Wegen eines Lkw-Unfalls und eines weiteren Unfalls bei Griffen war die Richtungsfahrbahn Italien aber weiterhin blockiert, der Haberbergtunnel ist gesperrt.

Wegen umgestürzter Bäume und hängengebliebener Fahrzeuge gab es laut Landesalarm- und Warnzentrale rund 30 Feuerwehreinsätze im Bundesland. Bei der Stromversorgung gab es punktuell Störungen.

Auch Tirol betroffen

Auch in Tirol war Freitagfrüh einiges los. Teils starke Schneefälle haben in der Nacht auf Freitag in weiten Teilen des Landes für chaotische Straßenverhältnisse, Sperren und Unfälle gesorgt. Im Lechtal erfasste eine Lawine einen mit zwölf Personen besetzten Bus, glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt. Vielerorts wurde Schneekettenpflicht verhängt. (APA/tt.com)

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