Das ÖFB-U19 Frauen-Team traf im historisch ersten EM-Halbfinale der Frauen-Nachwuchsnationalteam-Geschichte heute Abend im Grbavica Stadion von Sarajevo auf Deutschland. Nach einer erfolgreichen Gruppenphase gingen die Österreicherinnen um Teamchef Markus Hackl bei ihrer dritten U19-EM-Teilnahme mit viel Selbstvertrauen in das Duell. Und lieferten einen heroischen Fight. Nach regulärer Spielzeit stand es 0:0. In der Verlängerung erzielte Tessa Zimmermann das Goldtor (108.) für die sechsfachen Europameisterinnen. Deutschland trifft nun im Finale auf Spanien (3:0 vs. Schweden).

Die 18-jährige Ella Herbst (SV Sierndorf), die in der 23. Minute mit einem beherzten Distanzschuss an Keeperin Jane Krumme scheiterte, lieferte mit den ÖFB-U19-Frauen im EM-Halbfinale Deutschland einen großen Fight.

Höhepunktarme erste Halbzeit

In einem abwechslungsreichen Halbfinal-Duell zwischen den ÖFB-U19-Frauen, bei denen Kapitänin Valentina Illinger in der 40. Minute verletzungsbedingt vom Feld musste, und den deutschen Juniorinnen stand es nach regulärer Spielzeit (inklusive fünfminütiger Nachspielzeit) 0:0. Somit ging es in die Verlängerung. In der Tessa Zimmermann in der 108. Minute den Bann brach und Deutschland ins Finale gegen Spanien schoss.

Zur Spiel-Chronologie: Für das Halbfinale in Sarajevo kehren neben Ronja Leidler und Kapitänin Valentina Illinger auch Teresa Frizberg und Valentina Pötzl in die österreichische Startformation zurück. Beide Teams brauchen in den Anfangsminuten etwas, um in die Partie zu finden. Eine Freistoßflanke von Katie Richter nahe der linken Cornerfahne bleibt die erste Torannäherung der ÖFB-Elf in der Anfangsphase (17.).

Aus dem Spiel heraus findet die Elf von Markus Hackl gegen die deutsche Verteidigung zunächst kein Durchkommen, so ist es folglich ein Distanzschuss von Ella Herbst in der 24. Minute, der für das nächste Highlight sorgt. Janne Krumme im DFB-Tor hat jedoch wenig Mühe.

Die sechsfachen Europameisterinnen kommen in der 32. Minute zu ihrer ersten Top-Chance, doch Felicia Sträßer vergibt nach Konter aus aussichtsreicher Position zum Glück für die ÖFB-Elf. Kurz vor der Pause sichert Torfrau Vivien Grabenhofer einen Kopfball von Emma Memminger (43.). Nach einer eher ereignislosen ersten Hälfte geht es torlos in die Kabine.

Teresa Frizberg (am Ball) und Alina Kerschbaumer, die in der Halbzeit in der Kabine blieb, boten mit den ÖFB-U19-Frauen den deutschen Juniorinnen bravourös Paroli.

In Schlussviertelstunde wittern Österreicherinnen ihre Chance

Der zweite Durchgang beginnt beinahe mit einem Schreckmoment, doch Memminger kann in der 46. Minute gerade noch am Abschluss gehindert werden. Die DFB-Juniorinnen kommen mit deutlich mehr Elan aus der Kabine und bestimmen die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel. Eine Serie von Eckstößen bleibt zunächst noch ohne Folgen. 

ÖFB-Teamchef Markus Hackl, der zur Pause bereits Emira Makalic und Emily Schäfer in die Partie gebracht hatte, wechselt mit Greta Spinn nach einer Stunde eine weitere frische Kraft ein. In der Schlussviertelstunde wittern die Österreicherinnen gegen zunehmend offensivere Deutsche ihre Chance bei Umschaltsituationen, einzig gefährliche Abschlüsse bleiben vorerst aus.  

In den Schlussminuten der regulären Spielzeit wird die Partie zunehmend hektischer und ist von vielen Unterbrechungen geprägt. Ein Schuss von Valentina Pötzl in der 84. Minute geht über das gegnerische Gehäuse. Knapper wird es bei Denise Lueger in der 89. Minute, die sich aus gut 22 Metern ein Herz fasst und knapp am Tor vorbeizielt. Es geht in die Verlängerung. 

Goldtor per Kopfball von Tessa Zimmermann für DFB-Elf

Die Verlängerung bleibt ausgeglichen und umkämpft mit den etwas klareren Offensivakzenten der DFB-Elf. In der 109. Minute gelingt den Deutschen die Führung. Tessa Zimmermann ist für die DFB-Elf nach einem Corner von rechts an der zweiten Stange per Kopfball zur Stelle und bringt ihr Team mit 1:0 in Front. 

Der ÖFB-Elf gelingt es in den Schlussminuten der Verlängerungen nicht mehr, sich mit dem Ausgleich ins Elfmeterschießen zu retten. Durch die Niederlage verpassen die Österreicherinnen zwar den erstmaligen Einzug in ein Frauen-Nachwuchs-Finale, schreiben mit dem Erreichen des Halbfinales dennoch österreichische Frauenfußball-Geschichte. 

Das zweite Halbfinale gewann zuvor am Nachmittag Spanien mit 3:0 gegen Schweden im Trainingszentrum des bosnischen Fußballverbandes in Zenica. Das Finale findet am kommenden Freitag, den 10. Juli 2026 um 18:00 Uhr im Grbavica Stadion in Sarajevo statt.

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Fotocredit: Laureen Wilhelm/ÖFB