Newsblog zum Krieg in Nahost
Streit zwischen Spanien und USA spitzt sich zu
Aktualisiert am 05.03.2026 – 01:07 UhrLesedauer: 63 Min.
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, spricht während eines Briefings im Weißen Haus zu Journalisten. (Quelle: Alex Brandon/AP/dpa)
Kurdische Kräfte bereiten sich offenbar auf den Kampf gegen Teheran vor. Erster deutscher Evakuierungsflug nach Frankfurt ist gestartet. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Die Regierungen der USA und Spaniens haben widersprüchliche Angaben zur künftigen Nutzung spanischer Militärstützpunkte für Angriffe auf den Iran gemacht. Eine Sprecherin von US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch, die Regierung in Madrid habe
dem Druck aus Washington nachgegeben und einer Zusammenarbeit zugestimmt. „Ich denke, sie haben die Botschaft des Präsidenten gestern laut und deutlich gehört“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Mittwoch. Nach ihrem Verständnis habe Spanien zugesagt, mit dem US-Militär zu kooperieren. Details nannte sie nicht.
Albares wies die Darstellung im spanischen Radiosender Cadena Ser zurück: „Ich bestreite das kategorisch.“ Die Haltung der Regierung zum Krieg im Nahen Osten und zur Nutzung spanischer Stützpunkte für die Bombardierung des Iran habe sich „überhaupt nicht geändert“. Er wisse nicht, worauf sich die US-Angaben bezögen. Es ist nicht das erste Mal, dass Äußerungen der US-Regierung von der Gegenseite nicht bestätigt wurden.
Hintergrund ist die Weigerung Spaniens, US-Flugzeugen die Nutzung gemeinsam betriebener Marine- und Luftwaffenstützpunkte im Süden des Landes für die Offensive im Iran zu gestatten. Die Regierung unter dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez verurteilt die Angriffe als rücksichtslos und illegal. Sanchez warnte in einer Fernsehansprache vor einer globalen Katastrophe. Seine Stellvertreterin Maria Jesus Montero betonte, Spanien werde kein „Vasall“ eines anderen Landes sein.
Die portugiesische Regierung erlaubt den USA, den Militärstützpunkt Lajes auf der zu Portugal gehörenden Azoren-Insel Terceira im Atlantik für den Iran-Krieg zu nutzen. Die Erlaubnis sei jedoch nur unter „bestimmten Bedingungen“ erteilt worden, sagte Ministerpräsident Luís Montenegro am Mittwoch im Parlament. Dazu gehöre, dass die Einsätze „defensiv“, „notwendig und verhältnismäßig“ und „ausschließlich gegen militärische Ziele“ gerichtet seien.
„Diese drei Bedingungen stehen im Einklang mit dem Völkerrecht“, betonte Montenegro. Die portugiesischen Behörden hatten zuvor eingeräumt, dass die USA ihre Nutzung der Basis in den Wochen vor dem Iran-Krieg intensiviert hatten. Diese Einsätze seien auf Grundlage einer allgemein gehaltenen, jährlich erneuerten Genehmigung ausgeführt worden.
Aufgrund ihrer strategischen Lage mitten im Atlantik wurde der Stützpunkt Lajes gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von den Alliierten genutzt. Ein Abkommen, das seine Nutzung durch die USA regelt, wurde 1951 unterzeichnet.
Ein Vertreter des Iran dementiert einen US-Medienbericht, wonach der Iran Nachrichten an die USA gesandt habe. „Es wurde keine Nachricht vom Iran an die USA gesendet, und es wird auch keine Antwort auf US-Nachrichten gegeben werden. Die iranischen Streitkräfte haben sich auf einen langen Krieg vorbereitet“, zitiert die iranische Nachrichtenagentur Tasnim den Insider. Das Portal „Axios“ hatte zuvor unter Berufung auf einen US-Vertreter und eine zweite Quelle berichtet, die Iraner hätten in den vergangenen Tagen Botschaften an die USA gesandt, diese hätten darauf aber nicht reagiert. US-Präsident Donald Trump selbst hatte bereits am Sonntag gesagt, die iranische Seite wolle reden und er habe dem zugestimmt. „Also werde ich mit ihnen reden“, hatte Trump gesagt.
