Christen in Nigeria werden aus Sicht des EU-Parlaments nicht ausreichend geschützt. Das geht aus einer am Donnerstag im Parlament verabschiedeten Resolution hervor.

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Die Regierung in Abuja müsse effektive Maßnahmen gegen Terrororganisationen wie die islamistische Boko Haram ergreifen und unabhängige Ermittlungen ermöglichen, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, so die Resolution. Zudem müsse mehr in den Schutz von Zivilisten investiert sowie eine effektivere Verwaltung von Land und Ressourcen errichtet werden, um durch den Klimawandel zunehmenden Konflikten vorzubeugen.

Angriff mutmaßlicher muslimischer Fulani-Milizen

Hintergrund ist ein Angriff mutmaßlicher muslimischer Fulani-Milizen auf das christliche Dorf Kawel im zentral gelegenen Bundesstaat Plateau Ende Juni. Bei dem nächtlichen Überfall wurden nach Angaben von Hilfsorganisationen 22 Menschen getötet und etliche weitere verletzt.

Auch Land- und Ressourcenkonflikte spielen eine Rolle

In Zentral- und Nordnigeria kommt es immer wieder zu Übergriffen auf christliche Siedlungen. Neben religiösen Konflikten spielen auch Land- und Ressourcenkonflikte zwischen den meist christlichen Bauern und den meist muslimischen Hirten in der Region eine Rolle.

Die EU-Parlamentarier verurteilten überdies die steigende Zahl von Entführungen sowie die zunehmende Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die neue EU-Sondergesandte für Glaubens- und Religionsfreiheit, Mairead McGuinness, solle künftig ein größeres Augenmerk auf die Situation der Christen in Nigeria legen. Die Resolution wurde mit 510 Stimmen bei einer Gegenstimme angenommen.

(kap – gs)