Moby ist ein allumfassendes musikalisches Phänomen, das keine Grenzen kennt und reziprok zur üblichen menschlichen Verhaltensweise im zunehmenden Alter an Toleranz, Neugierde und Offenheit dazuzugewinnen vermag. Nur so ist es schlüssig, dass er in sein viel zu kurzes 70-Minuten-Set besonders viel Nostalgie packt und trotzdem zeitgemäß klingt. Moby kalauernd am Mikro, Moby an der Gitarre oder Moby an den Bongo-Trommeln. Wohin er geht, was er ergreift – es klingt gut und macht im Gesamtkonstrukt großen Sinn. Bei Songs wie „Bodyrock“, „Why Does My Heart Feel So Bad“ oder dem eindringlichen merkt man erst, wie sehr einem Moby im Live-Segment abgegangen ist. Trotz der kühlen Bässe vermittelt ein warmes, zugängliches Gefühl und wähnt sich nach einer kurzweiligen Hit-Parade wie in einer anderen Zeit. Zum Closer „Lift Me Up“ fantasiert sich Moby in die seligen 90er zurück, als trotz vieler Querelen alles noch wunderbar schien. Heute sehnt man solchen Zeiten mehr entgegen denn je zuvor. Moby zeigt ein drucksvoll, wie man ein Gestern, Heute und Morgen im Set vermischen kann.