Mit einem emotionalen Instagram-Beitrag hat die ehemalige ÖFB-Kapitänin und heutige ORF-Expertin Viktoria Schnaderbeck ihre bislang wohl persönlichste Geschichte geteilt. Gemeinsam mit ihrer Ehefrau Anna machte die 35-Jährige öffentlich, dass bei ihrer zweijährigen Tochter Emilie bereits im vergangenen Jahr der seltene Gendefekt Dup15q diagnostiziert wurde. Gleichzeitig verbindet das Paar seine Offenheit mit einem eindringlichen Appell an Politik und Gesellschaft.

Die 35-jährige, gebürtige Grazerin Viktoria Schnaderbeck absolvierte von 2007 bis 2022 gesamt 83 Länderspiele für Österreichs Frauen-Nationalteam 

Nach Monaten des Schweigens an die Öffentlichkeit

Wie Viktoria Schnaderbeck schildert, entschieden sich die beiden zunächst bewusst dafür, die Diagnose für sich zu behalten. Rund neun Monate lang habe das Paar geschwiegen, um das Familienglück zu schützen. Nun sei jedoch der Zeitpunkt gekommen, das Thema öffentlich anzusprechen – einerseits, um mehr Sichtbarkeit für betroffene Familien zu schaffen, andererseits, um bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen.

Der einschneidende Moment ereignete sich am 7. Oktober 2025. An der Kinderneurologie des LKH Graz wurde bei Emilie der seltene Gendefekt Dup15q festgestellt. Nach Angaben der Familie geht die Diagnose mit einer kognitiven Beeinträchtigung, Symptomen aus dem Autismusspektrum, erheblichen Sprachverzögerungen, Wahrnehmungsstörungen sowie einem erhöhten Risiko für epileptische Anfälle einher.

Innerlich brach Welt zusammen

In ihrem Instagram Beitrag beschreiben Viktoria und Anna, dass sich die Gefühle unmittelbar nach der Diagnose kaum in Worte fassen ließen. Während sie versuchten, die medizinischen Informationen rational aufzunehmen, sei für sie innerlich eine Welt zusammengebrochen und das Gefühl entstanden, die Kontrolle über die Situation zu verlieren.

Trotz der schwierigen Umstände richtet Viktoria Schnaderbeck den Blick nach vorne. Sie betont, wie stolz die 35-Jährige auf ihre Tochter sei, die der Familie jeden Tag große Freude bereite und bereits jetzt eine bemerkenswerte Persönlichkeit zeige. Gleichzeitig stelle die Erfahrung die Prioritäten im Leben neu auf: Das Wohl der Familie und insbesondere der Tochter habe für die Grazerin einen ungleich höheren Stellenwert als berufliche Erfolge oder persönliche Auszeichnungen.

Nach eigenen Angaben schöpfen Schnaderbeck und ihre Ehefrau dabei viel Kraft aus dem Rückhalt ihrer Familie sowie der Unterstützung ihres Umfelds und blicken deshalb mit Zuversicht in die Zukunft.

Appell für mehr Unterstützung und gelebte Inklusion

Über die persönliche Geschichte hinaus nutzt Viktoria Schnaderbeck ihre Reichweite, um auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen, mit denen Familien von Kindern mit Behinderung täglich konfrontiert sind. Ein solcher Alltag erfordere enorme zeitliche, finanzielle und organisatorische Ressourcen sowie den Zugang zu notwendigen Hilfsmitteln und Unterstützungssystemen.

Vor diesem Hintergrund äußert das Paar die Sorge, dass mögliche Einsparungen im Sozial- und Gesundheitsbereich die Lebensqualität vieler Betroffener nachhaltig verschlechtern könnten. Deshalb spricht sich Schnaderbeck für eine Gesellschaft aus, die Inklusion nicht nur als Grundsatz versteht, sondern diese auch konsequent unterstützt und finanziell absichert.

Archivfoto: IMAGO/Pa-Images