
Der chinesische Autobauer BYD will Ende 2026 mit der Produktion seiner Autos im ersten europäischen Werk in Ungarn beginnen.
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Der chinesische Auto-Gigant BYD startet Ende 2026 die Produktion im ungarischen Szeged – und bringt damit Chinas E-Auto-Offensive direkt nach Europa.
Kritiker warnen vor einem Produktionsmodell mit langen Arbeitszeiten, niedrigen Löhnen und fehlenden unabhängigen Betriebsräten.
Für deutsche Autostandorte wird BYDs Expansion zur Systemfrage: Können hohe Sozialstandards gegen billigere und schnellere chinesische Produktion bestehen?
Chinas Elektroautobauer BYD startet Ende 2026 die Produktion in seinem ersten europäischen Werk im ungarischen Szeged, wie „Bild“ berichtet. Der Konzern hat laut Mitteilung im Juni seinen 200. Händlervertrag in Deutschland unterzeichnet. Die zentrale Frage: Welche Arbeitsbedingungen bringen die chinesischen Hersteller mit nach Europa?
Bisher machte China vor allem über Importe Druck auf Europa – jetzt bauen chinesische Konzerne direkt vor der Haustür. Sie bringen ein Arbeitsmodell mit, das gegen europäische Standards verstößt: längere Arbeitszeiten ohne unabhängige Betriebsräte, deutlich niedrigere Löhne.
BYD ziehe Fabriken so schnell hoch, wie europäische Hersteller es kaum schafften. Der chinesische Staat fördert Schlüsselindustrien wie die Elektromobilität gezielt. Während deutsche Unternehmen teilweise jahrelang planten und prüften, bauten chinesische Konzerne zügig ihre Fabriken und Autos, heißt es bei „Bild“ weiter.
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Doch dieses Tempo fordert seinen Tribut: In China arbeiten laut Berichten der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“) Beschäftigte zehn bis zwölf Stunden pro Schicht. Sie hätten nur vier freie Tage im Monat und verdienten umgerechnet etwa 600 Euro. Rund um die Werke entstünden Fabrikstädte, viele Beschäftigte lebten in Wohnheimen. Unabhängige Betriebsräte nach deutschem Vorbild gebe es dort nicht.

Luftaufnahme der BYD-Gigafactory in Zhengzhou in der Provinz Henan, China: Jährlich werden hier knapp eine Million Fahrzeuge hergestellt.
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Und auch in Ungarn wachsen die Vorwürfe bereits: Die unabhängige Organisation China Labor Watch dokumentiere lange Arbeitszeiten, Sieben-Tage-Wochen und chinesische Subunternehmer auf der BYD-Baustelle vor Ort. In Brasilien hätten Behörden bei einem BYD-Projekt sogar von sklavenähnlichen Bedingungen gesprochen. BYD habe die Vorwürfe zurückgewiesen.
Deutsche Standorte stehen durch das Sozialdumping aus China unter Druck: Chinesische Wettbewerber produzieren mit niedrigeren Lohnkosten und längeren Arbeitszeiten. Das trifft Standorte in Wolfsburg, Zwickau oder Emden. Zulieferer in der Autoindustrie spürten denselben Druck, so die „Bild“.
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Das Volkswagen-Stammwerk mit seinem Blockheizkraftwerk in Wolfsburg: Knapp 800.000 Autos können hier pro Jahr gefertigt werden.
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Davon hängt ab, wie wettbewerbsfähig deutsche Hersteller bleiben. Davon hängt auch ab, ob Europa bei chinesischen Werken eigene Arbeitsstandards durchsetzt – oder ob der Wettbewerb über Lohnkosten und Arbeitsbedingungen läuft.
Deutsche Autobauer verdienten jahrelang Milliarden auf dem chinesischen Markt. Sie verlagerten Produktionen nach Asien. Dieses Spiel dreht sich jetzt um: Chinesische Konzerne kommen nach Europa, sie bringen ihr eigenes Produktionsmodell mit.
fp