Show erweckt Kahlo mit KI zum Leben
Die Show „Viva Frida Kahlo“ lief schon in anderen Städten Deutschlands und kommt nun als Lizenzausgabe nach Leipzig. Im Kunstkraftwerk wird sie durch weitere Räume mit eigenen Animationen ergänzt. So gibt es einen Raum, der dem mexikanischen Totenfest Día de los Muertos gewidmet ist.
In einem anderen fangen die Figuren auf den Bildern Frida Kahlos an, miteinander zu tanzen. Bei einer KI-generierten Modenschau läuft die Künstlerin in ihren bunten Gewändern über den Catwalk. Braucht Kahlos Kunst eine solche Show? Ja, meint Paolo Löffler, genau das mache das Kunstkraftwerk aus. „Wir nennen uns Digital Art Center und unser Ansatz ist, wie man mit diesen neuen Technologien andere Erlebnisse schafft.“
Es ist spielerischer und emotionaler als ein Museumsbesuch.
Paolo Löffler, Kunstkraftwerk Leipzig
Das Kunstkraftwerk ermögliche so einen einfachen Zugang zu Kunst, meint er. „Man muss nicht ins Museum gehen und sich alles anschauen. Sondern es ist ein bisschen spielerischer, emotionaler, für mehr Leute. Um auch ein bisschen Spaß daran zu haben, während man was lernt.“
Malerei von Kahlo – kommt sie im Kunstkraftwerk zu kurz?
Dass ein Museum kein langweiliger Hort der Hochkultur sein muss, sondern für jeden und jede ein echtes Kunsterlebnis bereithalten kann, davon ist hingegen Benjamin Meyer-Kramer überzeugt. Er lehrt im Studiengang „Kulturen des Kuratorischen“ an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (HGB).
Er wünscht sich von Kunstvermittlung, dass sie Menschen dazu ermutigt, sich aktiv mit Kunst auseinanderzusetzen. „Dafür ist es, glaube ich, hilfreicher, Menschen einzuladen, sich vor Gemälde zu stellen und sich die anzuschauen.“
Frida-Kahlo-Gemälde sind auch als Gemälde sehr spektakulär.
Benjamin Meyer-Kramer, Dozent an der HGB Leipzig
Man benötige weder Hintergrundwissen noch Erfahrung bei der Interpretation von Bildern, so Meyer-Kramer. Frida-Kahlo-Gemälde seien auch als Gemälde sehr spektakulär. „Vor einer Leinwand zu stehen, wo man sieht, wie die Farbe aufgetragen wurde und die Materialität zu sehen, ist, was Malerei ausmacht.“
Genau dieses Erlebnis geht bei einer virtuellen möglicherweise Show verloren, meint Meyer-Kramer. Aber: Man muss sich ja nicht entscheiden. Nach einem fulminanten Nachmittag mit Licht, Farben und Musik im Kunstkraftwerk steht das Museum der bildenden Künste in Leipzig – mit freiem Eintritt für die Dauerausstellung – jedem und jeder offen.