Mit seiner letzten Militärparade zum französischen Nationalfeiertag setzte Frankreichs Präsident ein Zeichen der Stärke Frankreichs und Europas. Und ein kräftiges Zeichen für die Unterstützung der Ukraine.
Lange Kolonnen von Soldaten, gepanzerte Fahrzeuge und Militärflugzeuge, an deren Spitze die Kunstflugstaffel „Patrouille de France“ Kondensstreifen in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot in den Himmel zieht: Mit seiner letzten Militärparade zum französischen Nationalfeiertag wollte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein starkes Zeichen setzen: ein Zeichen für „die strategische Aufrüstung Frankreichs“ und „das strategische Erwachen Europas“.
Und er setzte ein mächtiges Zeichen der Unterstützung der Ukraine, nachdem US-Präsident Donald Trump das Interesse an langwierigen und komplizierten Friedensverhandlungen verloren zu haben scheint. An der Spitze der Parade auf den Pariser Champs-Élysées marschierten 500 Soldaten aus Mitgliedsländern der so genannten Koalition der Willigen, die das von Russland angegriffene Land unterstützen, darunter auch 23 Gardesoldaten des Bundesheeres – Österreich hat in der Koalition Beobachterstatus.
Ukrainische Kampfpiloten
25 ukrainische Soldaten marschierten ebenfalls über die Prachtstraße. Und die Kunstflugstaffel wurde von zwei Mirage-Kampfjets mit französisch-ukrainischer Besatzung begleitet. Jets dieses Typs hatte Paris der Ukraine zur Verfügung gestellt.
Auf der Ehrentribüne wohnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj der Parade bei, im Schulterschluss mit rund 30 weiteren Staats- und Regierungschefs der Koalition der Willigen. Mit dabei waren etwa der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der britische Premierminister Keir Starmer, der polnische Regierungschef Donald Tusk sowie Bundeskanzler Christian Stocker.
Die Unterstützung für die Ukraine beschränkte sich in Paris allerdings nicht auf das militärische Schaulaufen bei der Parade: Am Vorabend hatte die von Frankreich und Großbritannien angeführte Koalition der Willigen bei einem Treffen in Paris ihren Willen zur weiteren militärischen Unterstützung der Ukraine bekräftigt. Wobei Macron überraschend erste gemeinsame Manöver einer multinationalen Schutztruppe ankündigte.
Für Präsident Macron war es der letzte Nationalfeiertag im Amt, im Frühjahr 2027 stehen Präsidentschaftswahlen in Frankreich an. Und die erst jüngst wegen der Veruntreuung von EU-Geldern verurteilte Rechtspopulistin Marine Le Pen hat gar keine schlechten Chancen, in den Élysée-Palast einzuziehen.
Macrons letzte Parade
Macrons letzte Militärparade in seiner Amtszeit war mit fast 6800 beteiligten Soldatinnen und Soldaten nach Angaben des Élysée-Palasts so groß wie nie zuvor. Auch die Zahl der beteiligten Fahrzeuge war deutlich größer als sonst. Abbilden sollte die Parade im XXL-Format auch Frankreichs gesteigerte Verteidigungsausgaben, die sich seit 2017, als Macron erstmals als Präsident antrat, verdoppelt haben. Auch Macrons starkem Bekenntnis zu Europa trug die Parade Rechnung – dass am Nationalfeiertag derart viele Truppen aus anderen europäischen Ländern über die Champs-Élysées marschieren, ist nicht jedes Jahr der Fall.
Während in Paris Stärke demonstriert wurde, gedachte die südfranzösische Stadt Nizza am Dienstag zum zehnten Jahrestag des islamistischen Lkw-Anschlags der 86 Todesopfer. Neben Präsident Macron nahmen auch seine beiden Vorgänger François Hollande und Nicolas Sarkozy an der offiziellen Gedenkfeier am Abend teil. Am Abend des 14. Juli 2016 war nach dem Ende des Feuerwerks zum französischen Nationalfeiertag der 31-jährige Tunesier Mohamed Lahouaiej-Bouhlel mit einem Lkw durch die feiernde Menge auf der Strandpromenade von Nizza gerast. (dpa, jec)
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